was wäre wenn ?

Hast du dir schon einmal darüber Gedanken gemacht ?

und es ist nicht nur das Alter, nein an jedem Tag kann dein Schicksal sich wenden.

Ob das Alter ,eine Krankheit ,oder ein Unfall niemand weiß ob es Ihn nicht auch trifft.

Es wäre gut vorzusorgen, und nicht wegzuschauen.

 

Weißt du, wie das ist…

… wenn die Hose nass ist, weil du den Harn nicht mehr halten kannst, und du dich

schämst und den anderen sagst, jemand hätte dir die Suppe über die Hose

geleert?

… wenn du die Semmeln und das Brot im Nachtkästchen sammelst – wochenlang –

wie damals im Krieg, und dann kommt jemand und wirft dein Gesammeltes

einfach weg?

… wenn du deine Geldtasche nicht mehr findest – sicher hat sie jemand genommen,

sagst du allen -, und dann entdeckst du sie in deinem Kasten, zwischen deiner

Unterwäsche, dort, wo du sie immer versteckst?

… wenn du im Rollstuhl sitzt und dich jemand zum Tisch bringt, wo all die Alten und

Verwirrten sitzen, wo du nicht hingehörst, weil du die einzig Normale hier bist?

… wenn du im Bett liegst und jemand legt dir eine Windel an, weil du deinen

Stuhlgang nicht mehr kontrollieren kannst, und „die“ wissen das?

… wenn du nichts mehr sagen kannst, und jemand schiebt dir einen Löffel mit Brei in

den Mund, und du willst nicht schlucken, schon gar nicht die zermörserten

Tabletten, die sie untergemischt haben?

… wenn du dich selbst nicht mehr bewegen kannst, und du liegst stundenlang auf

einer Seite, und du kannst nicht mehr hören, was sie zu dir sagen, wenn sie dich

waschen, und ihre Gesichter siehst du nur schemenhaft?

Weißt du, wie das ist…

… wenn jemand deine Hand nimmt und sagt: „Schön, dass du bei mir bist?“

… wenn wir miteinander über ein Missgeschick herzlich lachen können?

… wenn wir uns gemeinsam darüber freuen können, wenn ein paar Schritte oder

Sätze prima gelungen sind?

… wenn ich Zeit habe dir zuzuhören und du mir von deinem Leben erzählst?

… wenn ich spüre, dass du deinen Frieden gefunden hast, mit deinem Leben, mit

dem Erlebten und mit denen, die dir so viel bedeuten?

… wenn ich das Gefühl habe, dass ich dir das geben kann, was du gerade brauchst?

… wenn wir beide zufrieden sind und die Arbeit zur Bereicherung wird?

 

Weißt du, wie das ist…

… wenn du nach einem anstrengenden Tag im Pflegeheim heimkommst, und Mann

und Kinder möchten dir von ihrem Tag erzählen, und du möchtest nur Ruhe

haben?

… wenn einer von den dir Anvertrauten stirbt, und du denkst dir: Bin ich ihm etwas

schuldig geblieben, war ich immer geduldig mit ihm, hab ich ihm die Zuwendung

gegeben, die er verdient hat, und du spürst, es hätte mehr sein sollen?

wenn du merkst, dass du ungeduldig wirst, weil du das ständige Fragen, Streiten

und Schreien der Bewohnerinnen und Bewohner heute nicht ertragen kannst?

… wenn du entscheiden musst, ob du den Notarzt zu einem leblos daliegenden 90-

Jährigen holst – oder nicht?

… wenn du jemanden über Kanüle absaugst, damit er wieder frei atmen kann, und er

schaut dich mit seinen Augen an, in denen das ganze Leid dieser Welt zu sein

scheint?

 

Aus: „Das Alter ist kein lauerndes Monster!“  www.zukunft-pflegen.info