Chronik des Musikvereins Esenhausen

Bereits in den Jahren 1926/1927 gab es in Esenhausen einige junge Männer, die Freude an der Volksmusik hatten. Sie kauften sich deshalb Instrumente und probten eifrig zusammen. Schon damals war Ihr größter Wunsch ein eigener Musikverein zu gründen. Da aber niemand die geeignete Vorbildung hatte musste dieser Wunsch immer wieder verschoben werden.

 

Im Jahre 1933 kam Sattlermeister Josef Gelder nach Esenhausen , der bis dahin mehrere Jahre als 1. Flügelhornist bei dem Musikverein Aulendorf gespielt hatte. Durch die Initiative von Herrn Gelder und Schreinermeister Baptist Müller, welcher in früheren Jahren auch schon bei einem auswärtigen Verein aktiv war, kam es im Januar 1935 im Rathaus Esenhausen zu einer Aussprache. Diese Zusammenkunft brachte jedoch nicht das erhoffte Ergebnis  da die Finanzierung nicht sicher gestellt werden konnte.

Der jugendliche Unternehmergeist und die Freude an der Volksmusik setzten sich aber immer mehr durch und so konnte schon nach wenigen Monaten der Musikverein gegründet werden.

 Durch eine Haussammlung kam das nötige Geld für die Instrumente zusammen .

Unter der Musikalischen Leitung  von Herrn Gelder fanden sich zunächst 11 junge Männer zusammen. Es waren dies :

Bauhofer Hans, Halder Baptist, Hanßler Alois, Hanßler Xaver, Heiß Stefan, Lang Adalbert,, Lang Hans, Müller Konstantin, Pferdt Karl, Zorell Georg und Ziegler Herrmann.

 

Dies waren Mitbegründer des Vereins aufgenommen 1960

Bereits am 22.9.1935 konnte der Verein zum ersten mal mit einigen Märschen und einer Gavotte die Gemeinde erfreuen. Der Hauptanteil an diesem Konzert bestritt jedoch der Musikverein Aulendorf, der gekommen war um bei dem Verein Pate zu stehen.

In der nachfolgenden Zeit gab es kaum noch ein Fest an dem nicht der Musikverein teilnahm .Nahezu an allen Hochzeiten geleiteten Sie das Brautpaar zum Traualtar. Ebenso erwies er den verstorbenen die letzte Ehre. Bei sämtlichen kirchlichen und weltlichen Festen war stets der Musikverein zur Stelle ,um dem Fest den würdigen Rahmen zu geben.

Dann kam der 2. Weltkrieg und nahezu alle aktiven Musikanten mussten zum Wehrdienst einrücken .1940 musste der Verein wegen diesem grausamen Krieg notgedrungen seine Tätigkeit einstellen .

Man muss sich dies einmal heute vorstellen 1935 gegründet und 5 Jahre danach  ( diese Zeit benötigt heute ein Jungmusikant um an das Niveau des Vereins herangelernt zu werden )- bereits wieder unfreiwillig aufgelöst. Man hatte, um es bildlich auszudrücken , dem Verein noch vor der Blüte die Wurzeln abgehackt .

Als 1945 das schreckliche Ringen zu Ende war und die Kriegsteilnehmer so nach und nach zurück kamen musste der Verein 4 Gefallene und einen Vermissten beklagen .Die anderen waren wegen Ihrer Verletzungen zum Teil nicht mehr in der Lage dem Verein aktiv zu dienen. Auf drängen der Musikalischen Jugend erklärten sich im Februar 1947 Hans lang und Herrmann Ziegler bereit den Musikverein wieder aufzubauen.

Da auch die Musikinstrumente den Krieg größtenteils gut überstanden hatten bekräftigten alsbald 12 junge Männer mit ihrer Unterschrift Ihre aktive Mitgliedschaft .Die musikalische Leitung übernahm der damalige Vorstand Hans Lang.1949 gab Hans Lang den Dirigenten Stab ab an Reinhold Schmidt. Fortan stand die Jugendsausbildung an erster Rangstätte, da immer mal jemand aus Beruflichen Gründen  den Verein verlassen musste. Im Jahre 1960 also zum 25 jährigen Jubiläum waren es folgende aktive Musiker:

Schmidt Reinhold Dirigent 

Schmidt Siegfried 1. Flügelhorn , Stark Otto 1. Flügelhorn 

 Ott Herrmann 2. Flügelhorn , Bayer Erwin 2. Flügelhorn

Riegger Eugen 1.Trompete , Ott Friedhelm 1.Trompete   

Fischer Wendelin 2.Trompete

Mayer Walter 1.Tenorhorn  , Strobel Karl 1.Tenorhorn

Holder Eberhard  Bariton  , Ölhaf Alfons 1. Posaune

Ölhaf Erich 2. Posaune  

Strobel Martin 1. Es- Horn , Schmid Eugen 2. Es- Horn 

Burkert Anton  Baß

Heimerdinger Erhard große Trommel 

 

 

 

In den darauf folgenden Jahren häuften sich dann die Auftritte

und es wurde eine Tanzkapelle gegründet die hauptsächlich

in der Traube in Esenhausen

oder in der Seerose am Lengenweiler See

über das ganze Jahr verteilt zum Tanz aufspielte.

Jedes Jahr wurde auch ein Weihnachtskonzert mit einer

Theateraufführung zu Gehör gebracht.

 

 

Hervorzuheben ist auch die Orgelweihe die am 30.6. 1963 bei der der Musikverein zusammen mit dem Kirchenchor die Weihezeremonie gestaltete.

Am 19.Januar wechselte die Führungsspitze des Musikvereins .Gründungsmitglied Hans Lang gab nach insgesamt 13 Jahren Vorstandschaft sein Amt ab an Anton Wienands.

Höhepunkt im Jahr 1964 war die Rundfunkaufnahme für die Sendung "mit Volksmusik ins Land hinaus "im Landjugendheim Fronhofen. Anlässlich der Übertragung wurde ins Protokollbuch geschrieben: 

Doch plötzlich wurde es im Saal still , denn aus dem Radio die Stimme der Ansagerin, beim Gongschlag war es soeben 17,20 Uhr sie hören nun die Sendung- "mit Volksmusik ins Land hinaus" Nun war es soweit, wir freuten uns unbeschreiblich, uns einmal selbst im Radio zu hören. 

Große Änderungen gab es im Jahr 1966 Neuer Vorstand wurde Anton Neubauer der dann nach einem Jahr von Erich Ölhaf  abgelöst wurde.

Gravierender aber war der Werdegang des langjährigen Dirigenten Reinhold Schmidt, der in 18 Probenarbeit unter Einsatz eines großen persönlichen Engagements aus den zusammen gefundenen Musikfreunden einen Klangkörper formte, der bei Wertungsspielen in der Mittelstufe mehrere 1. Ränge erntete.

Aus Gesundheitlichen Gründen musste er leider den Dirigentenstab in jüngere Hände legen. Paul Kindt war Dirigent von 1966 - 1980 . Reinhold Schmidt blieb aber dem Musikverein treu er bildete in den Jahren1966-1978 nicht weniger als 52 Jungen und Mädchen in allen Registern zu Musikern aus.

Erstmals im März 1969 veranstaltete der Musikverrein in der Turnhalle in Wilhelmsdorf ein Frühjahrskonzert.

Im Mai 1970 folgte dann wiederum eine Rundfunkaufnahme.

Und so sah dann auch eine Hochzeit eines Musikkameraden im Jahre 1970 aus.

unschwer zu erraten wer das ist oder?

    

Hier kommt die Musik um das Brautpaar mit den Ehrengesellen ,(damals war es noch üblich zwei Paare als Ehrengesellen zu haben) von Zuhause abzuholen.

      

dann ging es in die Kirche zur Kirchlichen Trauung die Standesamtliche war meist am Tag vorher,

 bei uns jedoch nicht da ich an dem Tage meinen 21. Geburtstag hatte und somit Volljährig wurde (damals war das noch so ) also hatten wir schon Morgens um 7 Uhr die Standesamtliche Trauung

Auch in der Kirche ist eine Abordnung anwesend .

        

Danach werden wir wieder aus der Kirche bis zum Gasthaus Traube ( in der es nun das wohl verdiente Mittagessen gibt ) begleitet.

Und am Abend hat uns dann die Tanzkapelle Esenhausen aufgespielt.

 

Nachdem Erich Ölhaf umständehalber seinen Vorstandsposten aufgeben musste wurde am 26.11. 1971 Siegfried Schmidt neuer Vorstand des Musikvereins.

Am 22.März 1980  übergab Paul Kind den Dirigentenstab an Adolf Schumacher im Rahmen eines Abschiedskonzertes. 

Nur wenige Tage danach fiel im Vorstand die einstimmige Entscheidung im Laufe der Jahre 1980/1981 ein Musikerheim zu erbauen. Im Mai wurde in einer außerordentlichen  Generalversammlung eine neue Satzung sowie der Eintrag ins Vereinsregister beschlossen. Noch im selben Jahr konnte der erste große Bauabschnitt ,der Rohbau fertig gestellt werden. Und am 16. August 1981 war dann die feierliche Einweihung des Musikerheims.

In der Generalversammlung am 6.3.1982 wurde dann Benedikt Schmid zum neuen Vorsitzenden des Musikverein gewählt.

am 14.-17- Juni 1985 war dann das Jubiläumsfest des

Musikverein Esenhausen e.V.

 

 

Daten und einige Bilder sind entnommen aus der Festschrift von 1960 und 1985

 sobald als möglich werden die Daten noch vervollständigt