Wilhelmsdorf  und seine Entstehung

im Gegensatz zu den gewachsenen Gemeinden der Umgebung  ist Wilhelmsdorf 1824 planmäßig gegründet worden.

Auf dem großen quadratischen Saalplatz mit Betsaal in der Mitte laufen, aus allen vier Himmelsrichtungen. die Dorfstraßen zu .Er hat vier Eingänge weil die Christen aus allen  Himmelsrichtungen ins Reich Gottes kommen.

König Wilhelm der 1. von Württemberg (*27.September 1781 (Schlesien)  verstorben 25.Juni 1864 in Stuttgart ) er war von 1816 bis 1864 der 2. König von Württemberg.

Er schenkte der evangelischen Brüdergemeinde Korntal (bei Stuttgart) Land im unfruchtbaren Moor des Pfrunger Ried zur Besiedelung mit der Bedingung das Lengenweiler Moosried in Oberschwaben zu entwässern und urbar zu machen.

 Er wurde damit auch Namenspatron des Ortes. Und an König Wilhelms Geburtstag am 27. September 1830, feierte man bereits die Einweihung der "Rettungsanstalt armer und verwahrloster Kinder" die heute im Kinderheim Hoffmannshaus als moderne sozialpädagogische Einrichtung der Jugendhilfe weiter besteht.

 

Am 7.Januar 1824 kamen die ersten 10 Siedler um Wilhelmsdorf aufzubauen. Die Gründung war damals ein mehr als mutiger Schritt, den finanzielle Sicherheiten gab es keine. Welche Mühsal damit verbunden war, zeigt ein Tagebucheintrag von  Christian Elsäßer , Vorsteher der Brüdergemeinde von 1826-1847.

Was wir antrafen? Eine Wüste ,keine Bekannten keine Freunde. Um die paar Häuser gerade noch ein paar Gärten. Aber immer wieder hielt mich das Vertrauen auf Gottes Führung. 

Dass die neuen Siedler rechtschaffene und fleißige und anspruchslose   Leute waren wird in der Pfarrchronik von Pfrungen bezeugt .Trotzdem litten die ersten Wilhelmsdorfer unter Armut und Not

Auch der Beginn der Arbeit von Taubstummenlehrer August Friedrich Oßwald im Jahr 1838 wäre ohne dessen persönlichen Hundert -Prozent Einsatz gescheitert.

Es ging bitter arm zu, und als Johannes Ziegler 1864 nach Wilhelmsdorf kam, notierte er nach der Begegnung mit den Zöglingen der Anstalt " Ich hätte am liebsten in den Boden sinken oder noch lieber umkehren mögen .

Johannes Ziegler blieb heiratete die Tochter des Taubstummenlehrers ,Mathilde Oßwald und kämpfte bis zum Ende seines Lebens für die Wilhelmsdorfer Einrichtungen, wobei der Zustrom an Hilfsbedürftigen immer im umgekehrten Verhältniss  zu den Einkünften standen.

 

Das inzwischen gegründete Knabeninstitut platzte aus allen Nähten, und 1873 wollte Ziegler als neuer Leiter die Taubstummenarbeit zu Gunsten des Knabeninstitutes aufgeben.

Aber nach der zufälligen Ziehung der gleichen Neujahrslosung in Wilhelmsdorf und im befreundeten syrischen Waisenhaus in Jerusalem entschied sich Ziegler für die Fortführung beider Einrichtungen.

Es war der Psalm 91 der seinen Gesinnungswandel auslöste;" Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn, meine Zuversicht, und meine Burg , mein Gott, auf den ich hoffe."

Ziegler erkannte darin einen Fingerzeig Gottes, machte weiter, und die Anstaltshäuser tragen seither die Namen wie "Schirm" und " Schatten", "Höchsten" und "Zuversicht", "Zuflucht", "Burg".

Nach Zieglers Tod 1907 wurde die private Einrichtung 1916 in einen Verein umgewidmet. Daraus haben sich schließlich die Zieglerschen Anstalten mit zahlreichen Standorten und 2000 Arbeitsplätzen in ganz Baden - Württemberg entwickelt.

 

 Taubstummenanstalt ca 1926 

 

Oßwaldbau ca. 1875

Hoffmannhaus ca. 1880

 

Das Hoffmannhaus wurde 1830 gegründet und ist die älteste Einrichtung Wilhelmsdorfs. Der Träger der Arbeit ist der Verein Kinderheime Korntal und Wilhelmsdorf   e.V.  Heute ist das Hoffnannhaus eine vielseitige Jugendhilfe - Einrichtung mit sonderpädagogischer ,heilpädagogischer und sozialtherapeuthischer Ausrichtung 

Bilder sind  zum Teil entnommen aus der Broschüre  "wie alles anfing"  von 1992 Herausgeber sind die 

Zieglersche Anstalten e .V.Kinderheim  Hoffmannhaus ,Evangelische Brüdergemeinde