Legenden der Rose

Die ersten Rosen wuchsen bereits 3000 Jahre v. Chr. in chinesischen Gärten. Sie waren Zeichen für Wohlstand und Reichtum. Zur Zeit der römischen Kaiser (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.) war die Rose eines der höchsten Luxusgüter. Festmahle waren geradezu übersät von Rosenblüten. Gäste wurden in edlem Rosenöl gebadet, Rosenteppiche wurden gestreut und selbst in Weingläsern fand man schwimmende Rosenblätter. Die Vorliebe der Römer für die Rose, galt vor allem ihrem Duft.

 

Die Bedeutung der Rose variiert je nach Farbe: Während rosafarbene Rosen für vorsichtige Liebelei und rote Rosen für Liebe und Leidenschaft stehen, bedeuten dunkelrote Rosen Trauer. Eine gelbe Rose steht für Eifersucht, eine weiße Rose für Sehnsucht, Unschuld und Treue.

 

Eine der  Rosen-Legenden erzählt:

Rita bat Bona, ihre Freundin, kurz vor ihrem Tode, aus ihrem Gärtchen in Rocca Porena eine blühende Rose mitzubringen. Der Wunsch schien für Bona unglaubwürdig; denn wie konnte in der kalten Jahreszeit schon an Rosen gedacht werden!

Und außerdem hatte sie völlig auf diesen Wunsch vergessen. Bei einem erneuten Besuch der kranken Rita fiel ihr beim Verlassen des Dörfchens plötzlich noch der Auftrag ein; und, o Wunder, da blühte eine Rose in schönster Pracht! Voller Freude brachte sie die Blume nach Cascia. Für Rita war das Geschenk keine Überraschung; denn sie war überzeugt, dass Gott ihr diesen Gruß seiner Liebe sandte. Sie freute sich über den kostbaren Duft und die vollendete Schönheit der Rose.

Der Rosenstock wurde (nach der Legende) nach dem Tod Ritas im Rosengärtchen ausgegraben und im Klostergarten von Cascia eingepflanzt. Die Hecken, die heute noch zu sehen sind, sollen vom ursprünglichen Rosenstock stammen.

 

Nach den meisten Überlieferungen ist es die weisse Rose, die uns Erdenbürger als erste bezauberte. So verwandelte sich der Schaum der Meeresbrandung, aus der Aphrodite geboren wurde, in eine weisse Rose. Eine andere Legende besagt, die Nachtigall habe die Rose geliebt. Sie sang so nahe am Rosenbusch, dass ein Rosenstachel sie traf. Mit ihrem Herzblut färbte sie die weisse Rose rot.

Eine der schönsten Überlieferungen berichtet, dass Eva, als sie aus dem Paradies vertrieben wurde, heimlich eine weisse Rose aus dem Paradiesgarten brach. Auf kargen Boden pflanzte sie den Rosenzweig und begoss ihn mit ihren Tränen. Für uns alle wurde so die Rose aus dem Garten Eden in unsere Gärten gerettet.

Die rote Farbe erhielt die Rose laut der griechischen Mythologie erst durch Aphrodites Ehebruch mit dem schönen Adonis. Aus Rache ließ ihr Ehemann Ares den Nebenbuhler töten. Auf dem Weg zum sterbenden Adonis trat Aphrodite in Rosendornen und färbte mit ihrem Blut die weißen Rosen rot.

Daher steht die weiße Rose für die Reinheit der Liebe, während rote Rosen Begierde und Leidenschaft symbolisieren. Aber das Symbol der Rose steht nicht nur für die Liebe, sondern auch für die Verschwiegenheit. "Sub rosa", also "unter der Rose", sprach man im Mittelalter, wenn man etwas im Geheimen sagen wollte. In Wirtshäusern hingen früher Rosen unter der Decke, damit jeder daran erinnert wurde, dass er über das Gesagte Stillschweigen wahren sollte. Daher ist die Rose auch das Symbol von Geheimbünden wie zum Beispiel den Rosenkreuzern und Freimaurern. Die weiße Rose der Geschwister Scholl war eine studentische Widerstandgruppe während des Nationalsozialismus.

 

Alles, was im Zeichen der Rose gesagt wird, unter dem Siegel der
Verschwiegenheit, Sub rosa dictum, verpflichtet zur
absoluten Vertraulichkeit,  muß geheim bleiben -
"was wir hier kosen, bleibt unter den Rosen".

Verbindet man jeweils die Spitzen der übernächsten Kelchblätter einer Heckenrose miteinander, erhält man den Drudenfuß, das mystische Pentagramm, ein uraltes Zauberzeichen, das geheime Symbol, welches das Verständnis vom harmonischen
Gefüge des Menschen und des Weltalls hütete.
Deshalb  wurde die Heckenrose, die so sorgsam ihr Knospen-Heiligtum vor der Außenwelt abschließt, zum Abbild des Geheimnisvollen und Verschwiegenen.
Schließlich wurde diese Symbolik auf alle Rosen übertragen.

Daß die Rose seit uralten Zeiten als Symbol der Verschwiegenheit gilt, soll auf folgende Begebenheit zurückgehen.  Um die Liebesaffäre seiner Mutter, der Liebegöttin Venus zu verbergen, sandte Cupido dem Harpokrates, dem Gott des Schweigens, Rosen und bat ihn um Wahrung des Geheimnisses. Die alten Ägypter weihten die Rose dem Gott Harpokrates.

 

Im Hochmittelalter brachte man Rosenbilder auch in Weinstuben und Ratssälen an, um dort in  abgeschlossener Vertrautheit miteinander zu reden. Manchmal hing auch nur eine frische Rose symbolisch an der Tür des Stadtrates, um das "sub rosa"  anzudeuten.

In England ist es ein Brauch, ein Schwert auf einem mit Rosen übersäten Tisch zu legen, wenn der Rat zur Wahl des Bürgermeisters von London zusammentrifft.

 

Die Rosenkreuzer, eine Geheimgesellschaft, führen die Rose als Symbol der Verschwiegenheit sogar in ihrem Namen.

 



Papst Hadrian ließ deshalb die Beichtstühle mit Rosenschnitzereien verzieren - an alten Beichtstühlen sieht man sie gelegentlich noch.

Auch die Stuckrose über dem bürgerlichen Tisch hatte diese Bedeutung.

 Im Hochmittelalter brachte man Rosenbilder auch in Weinstuben und Ratssälen an, um dort in  abgeschlossener Vertrautheit miteinander zu reden. Manchmal hing auch nur eine frische Rose symbolisch an der Tür des Stadtrates, um das "sub rosa"  anzudeuten.
In England ist es ein Brauch, ein Schwert auf einem mit Rosen übersäten Tisch zu legen, wenn der Rat zur Wahl des Bürgermeisters von London zusammentrifft.