schwarzer Holunder

 

 

auch Alhorn, Elder, Ellhorn, Eller, Flieder, Hölder, Holler Holderbaum, Holderbusch, Holler, Kelkenbusch genannt

Der Holunder wurde im Althochdeutschen "holuntar" genannt. Holuntar setzt sich zusammen aus "hol" für hohl sowie aus dem Wort "tar" für Baum und könnte auf die hohlen, mit Mark gefüllten Zweige hinweisen.
Weitere Bezeichnungen für den Schwarzen Holunder waren Holder (holder = Brechholz, der Brüchigkeit der Zweige wegen), Holderbusch, Holderstock, und Kelkenbusch.
Die Herkunft des lat. Names Sambucus nigra ist unsicher. Der Gattungsname "Sambucus" könnte sich von sambyx für rot, seines roten Saftes wegen ableiten, möglicherweise stammt er aber von einem persischen Saiteninstrument der symbyke oder sambuca das man aus dem Holz des Holunders herstellte.
Der Artname "nigra" bedeutet schwarz, womit er sich auf die Farbe der Früchte bezieht

Der Schwarze Holunder ist ein bis 11 Meter hoher Strauch oder kleiner Baum mit starker Verzweigung. Die Zweige des Holunders sind oftmals bogenartig ausladend. Die Rinde ist von graubrauner Farbe und übersät mit Lentizellen, die als hellere Erhebungen ins Auge fallen. Diese Erhebungen sind ausgefüllt mit weißem, fast schaumstoffartigem Mark. Die dickeren Äste sowie der Stamm haben eine längsgefurchte graubraune, korkartige Borke. Der Holunder ist ein Flachwurzler mit weitreichendem Wurzelwerk. Das Mark des Schwarzen Holunders ist immer weiß , das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum Roten Holunder!.

Die gegenständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert. Die einzelnen Blattfiedern sind etwa 30 Zentimeter lang und bestehen aus meist fünf oder sieben Einzelblättern, die elliptisch und am Rand gesägt sind. Die Einzelblätter sind jeweils bis etwa 12 Zentimeter lang. Das Blattwerk entwickelt sich etwa im März bis April.

 

Die Blütezeit liegt von Mai bis Juni, die cremeweissen Trugdolden sind bis zu 20 cm im Durchmesser. Der Duft ist  frisch und fruchtig und typisch für den Holunder- obwohl er durch Ammoniak verursacht wird - nicht unangenehm.

Die weißen oder leicht gelblichen Blüten sind in der Regel fünfzählig. Sie besitzen entsprechend jeweils fünf Kelchblätter, fünf miteinander verwachsene Kronblätter, fünf freie Staubblätter mit gelben Staubbeuteln und drei miteinander verwachsene Fruchtblätter, die später in der Frucht drei Kerne bilden. Ein kleinerer Teil der Blüten ist jedoch auch vierzählig. (Übrigens: Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, riecht es auch leicht nach den Blüten; so kann Holunder auch einfach erkannt werden, wenn er keine Blüten oder Früchte trägt.) Die Blüten werden von Fliegen und Hautflüglern besucht.

Im August und September beginnen die anfangs roten, später schwarzen Vitamin-C- und Kalium-reichen, ungefähr sechs Millimeter großen „Beeren“ (eigentlich Steinfrüchte) (die auch als „Fliederbeeren“ bezeichnet werden) zu reifen, mit jeweils drei Samen und burgunderrotem Saft, der aus Textilien kaum auswaschbar ist. Während diese Früchte reifen, färben sich auch die Stiele, an denen sie sitzen, rötlich. Die Beeren sind nach dem Abkochen oder Vergären essbar. Die Früchte werden hauptsächlich durch Vögel (z. B. Amseln, Drosseln, Stare und Mönchsgrasmücken) verbreitet, doch auch Säugetiere und Menschen tragen zur Verbreitung bei.

 

Neben wilden Vorkommen findet sich der Holunder auch in Kultur, seit Mitte der 1980er Jahre in wieder zunehmender Zahl. Ein Anbaugebiet für Holunder ist die Oststeiermark. Es existieren einige Sorten, die zu unterschiedlichen Zwecken selektiert wurden.

 

Auf Stoffen oder Leder ergibt der Saft der schwarzen Beeren (von daher der deutsche Name: Schwarzer Holunder) - je nach Stärke der zugesetzten Säure - rote, schwarze oder blaue Farbtöne.

Die Holunderrinde färbt tiefschwarz, die Blätter bewirken eine moosgrüne Farbe. Die Damen der römischen Aristokratie färbten sich ihre Haare mit Holundersaft, der auch pflegend und festigend wirkte.

Frische Zweige hing man in Räumen auf, um die Fliegen zu vertreiben.

 

Achtung

Sowohl in den Blättern, der Rinde, unreifen Beeren und in den Samen reifer Beeren ist das cyanogene Glykosid Sambunigrin enthalten. Über die Giftigkeit beim Menschen gibt es unterschiedliche Angaben. Sie reichen von ungiftig bis „zu vermeiden“ Bei Kindern und sensiblen Personen führt der Verzehr zu Symptomen von Erbrechen bis hin zu starkem Durchfall oder Magenbeschwerden. Bei Schweinen, Hunden, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamstern kommt es zu Erbrechen, Durchfall und Atembeschwerden. Vögel zeigen bei Aufnahme unreifer Beeren und anderer Pflanzenteile Verdauungsstörungen und Erbrechen, bei ihnen kann die Aufnahme großer Mengen sogar zum Tod führen.

 

Durch Erhitzen zerfällt Sambunigrin und die Beeren verlieren ihre Giftigkeit.

 

Teile der Beschreibung von dem Holunder siehe:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Holunder