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die Himbeere  Mythologie und Legenden
 

Der Artname idaeus stammt aus der Römerzeit. Der römische Schriftsteller Plinius erwähnte 23 n. Chr. in seiner Naturgeschichte die Himbeere und notierte, sie stamme vom Berg Ida. Welchen er genau meinte, ist nicht bekannt, da es sowohl in der Türkei als auf Kreta einen Berg dieses Namens gibt. Annähernd 1900 Jahre später dichtete der französische Arzt und Begründer der Phytotherapie Henri Leclerc (1870-1955) die Namensherkunft um. In seinem Werk „Les fruits de France“ erklärte er, die Nymphe Ida hätte Pate gestanden für den Artnamen idaeus, und ersann dazu die folgende Legende:

 Ida, die Tochter des kretischen Königs Melissos, fand den damals noch jungen Göttervater Jupiter schreiend in den Bergen. Sie wollte das weinende Kind beruhigen und pflückte ihm dazu eine Himbeere. Als sie sich über den Himbeerstrauch neigte, blieb sie mit der Brust an einem Dorn ( In einer anderen Beschreibung war es der Daumen ) hängen. Ihr Blut tropfte auf die damals noch weißen Beeren und färbte sie für immer rot.

ein modernes Märchen erzählt

von einem außergewöhnlichen Himbeer-Liebhaber: In der Legende „Der Himbeerfuchs“ von Henning Buchhagen entdeckt ein junger Fuchs namens Ferdinand, dem Fleisch gar nicht zusagt, seine Vorliebe für Himbeeren. Damals waren die Füchse grau wie Mäuse. Doch je mehr Himbeeren der kleine Ferdinand aß, umso roter wurde sein Fell. Seitdem sind die Füchse rot und mögen Früchte.

In Deutschland sagen die Bauern:

Ein verhextes Pferd sollte sich bändigen lassen, wenn man ihm einen Zweig der wilden Himbeere um den Leib bindet.

Oder

Wie die Himbeeren reifen, so reife auch das Korn.