die Ringelblumen als Heilpflanzen

Die Ringelblume als „Sonnenheilmittel“

vermag die Seele zu erwärmen und in vielfältiger Weise ausgleichend auf den Körper zu wirken Die Erfahrung lehrt uns, dass die einzelnen Farben besondere Gemütsstimmungen geben.“ So stellte schon Johann Wolfgang von Goethe fest, der sich intensiv mit der Wirkung von Farben beschäftigte. In einigen - insbesondere erfahrungswissenschaftlichen - Therapieverfahren wird die psychosomatische Wirkung der Farben genutzt. Das warme Orange der Ringelblume wirkt stimmungsaufhellend, kraftspendend bei Erschöpfung und lösend bei emotionalen Spannungen.

 Gründe genug, um sie 2009 als Heilpflanze des Jahres besonders zu ehren.

Ob die Ringelblume in der Antike schon als Heilpflanze verwendet wurde, ist nicht eindeutig zu belegen. Im Mittelalter wird sie erstmals von Hildegard von Bingen erwähnt, die sie „Ringele“ nennt und bei Vergiftungen durch üble Speisen helfen soll.

Albertus Magnus (um 1200-1280) berichtet über die Ringelblume: „Ihr Saft hilft bei Verstopfungen der Milz und Leber.“ Adamus Lonicerus (1528-1586) schreibt in seinem Kräuterbuch zur Ringelblume: „Das Pulver von Blumen in Baumwolle gewickelt und auf die Zähn gelegt, stillet derselbigen wütenden Schmerzen.“

 Bei Leonhardt Fuchs, Professor an der Universität in Tübingen kann man in seinem 1542 erschienenen „New Kräuterbuch“ lesen: „Die Blum in die Laug gelegt, macht schön gelb Har.“ Pfarrer Kneipp empfahl sie bei bösartig aussehenden Geschwüren. Und aus den Weltkriegen gibt es Berichte, dass mit Ringelblume schwere Verletzungen hervorragend geheilt wurden.
Für Heilzwecke werden die voll entfalteten Blüten gesammelt. Zur weiteren, häuslichen Verarbeitung werden nur die abgezupften, orangefarbenen Blütenblätter verwendet. Ob man einen wässrigen Aufguss, einen Ölauszug oder eine Salbe bereitet, hängt davon ab, welche Wirkung erzielt werden soll. Der wässrige Aufguss wirkt z.B. analgetisch, antimykotisch, antibakteriell und antiviral. Antiphlogistische Stoffe werden durch einen Alkoholaufguss gelöst, welcher weiter verarbeitet werden kann. Und wer die heilende Wirkung auf die Haut nutzen möchte, der sollte ein Ringelblumenöl oder eine Salbe bevorzugen.

Wem das alles zu viel Aufwand bedeutet, der kann natürlich Ringelblumenprodukte zu Heilzwecken im Reformhaus oder der Apotheke käuflich erwerben. Auch in vielen kosmetischen Produkten zur Schönheitspflege, in Lippenpomaden oder Zahncremes ist Calendula enthalten

Wissenschaftlich belegt ist zum Beispiel die positive Wirkung der Ringelblume bei schlecht heilenden Wunden, einschließlich Unterschenkelgeschwüren, bei Verbrennungen und Dermatitis. Dies ist auf die antiphlogistische und granulationsfördernde Wirkungsweise zurückzuführen.

Nachgewiesen wurden außerdem auch antibakterielle, antimykotische, antivirale, immunstimulierende, antitumorale, choleretische und cholesterinsenkende Eigenschaften bei verschiedenen Ringelblumenextrakten und deren Bestandteilen.
Traditionell angewendet wird die Ringelblume auch innerlich zum Beispiel bei Magen-Darm-Störungen und Magengeschwüren, Gallebeschwerden, Leberschwäche und Menstruationsproblemen. Auf das Nervensystem wirkt die Ringelblume beruhigend.

Ringelblumensalbe fördert die Bildung von neuem Gewebe bei nicht mehr offenen Wunden. Sie läßt  Blutergüsse schneller verschwinden und und hilft auch bei Ekzemen, Pickeln und trockenen Lippen. Und weil sie die Durchblutung anregt, beugt sie bei bettlägerigen Patienten dem Wundliegen vor.

Bei unregelmäßiger Periode sollte eine Woche vor dem errechneten Beginn der Regel zweimal täglich Ringelblumentee getrunken werden.

Für 1 l Wasser brauchte man 3 EL Blütenblätter.

Frische, zerdrückte Ringelblumenblätter bringen Warzen zum Verschwinden, wenn man sie täglich damit einreibt

Der beste Zeitpunkt für die Ernte

Juni bis in den Oktober

bevorzugt an einem sonnigen Morgen, kurz nach dem sich die Knospen geöffnet haben. Denn dann ist der Gehalt an Wirkstoffen am höchsten. Die Blüten werden bei trockenem Wetter geerntet und an einen gut luftigen Ort getrocknet.

Die gesammelten Blüten eignen sich sehr gut für Tee,

 Salben werden bei Wunden, frischen Narben zur schnelleren Abheilung ,Nagelbettentzündungen, Unterschenkelgeschwüren und Verstauchungen eingesetzt.

 Umschläge empfehlen sich ebenfalls bei Verstauchungen, Verrenkungen, Abszessen Quetsch- und Brandwunden.

Rezepte:

 Ringelblumen Tee

lässt sich ganz einfach selber herstellen, indem man die Ringelblume klein schneidet und eine handvoll davon mit kochendem Wasser übergießt. Den Tee dann abdecken und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Die Blütenreste dann abseihen.

 

Ringelblumensalbe

 Eine Handvoll möglichst dunkel-orange Blütenblätter in 100 ml Olivenöl langsam aufkochen und über Nacht stehen lassen. Am folgenden Tag das Fett erwärmen, bis es flüssig ist, nicht kochen. Dann abfiltern, 20 gr Bienenwachs dazugeben und alles gut verquirlen. Man kann auch Schweineschmalz verwenden, das besonders leicht einzieht. Kühl lagern

 

Tinktur

 für die Wundbehandlung In einer Tinktur können sich die

Heilkräfte der Ringelblume besonders gut entfalten: 20 g

Blütenblätter, in 100 g 60%igem Alkohol 10 Tage stehen lassen.

Anschließend filtern.

 Fisteln und Furunkel mit der Tinktur betupfen.

Für Umschläge die Tinktur im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen.

oder so

Ringelblumentinktur

Für eine Tinktur lässt man 5 – 7 gehäufte EL Ringelblumenblüten

in 1 Liter gutem Branntwein ausziehen. Nach 3 bis 4 Wochen wird die Mischung abgeseiht

Kompressen bei Hautreizungen

Eine handvoll Blüten in 1/2 Liter kaltem Wasser ziehen lassen. Danach zum Kochen bringen und eine Viertelstunde leise köcheln lassen. Durch ein Sieb gießen und die Kompressen mit der Flüssigkeit tränken

Ringelblumenöl hat hervorragende Heilwirkungen und kann zum direkten Einreiben oder zur Verwendung in Salben und Cremes eingesetzt werden.

Ringelblumen-Körperlotion

Zutaten:

50 ml Rosenwasser oder Orangenblütenwasser

25 ml Ringelblumenöl

6 g Stearinsäure  3 g Lanolin  2 g Triethanolamin  2 Tropfen Benzoetinktu

r alles in der Apotheke erhältlich

Die Lotion ist besonders für trockene Haut geeignet.

Das Ringelblumenöl wird im Wasserbad erwärmt. Dazu gibt man Stearinsäure und Lanolin und rührt, bis sich die Substanzen im Öl aufgelöst haben. In einem zweiten Gefäß mischt man Rosen- oder Orangenblütenwasser mit Triethanolamin und gießt die Lösung langsam unter Rühren in das Ringelblumenöl. Man gießt soviel  Rosen- bzw. Orangenblütenwasser in das Öl bis die Lotion die richtige Konsistenz hat.

Ringelblumenöl

hat hervorragende Heilwirkungen und kann zum direkten Einreiben

oder zur Verwendung in Salben und Cremes eingesetzt werden.

Sammel ein Glas voll Ringelblumenblüten an einem sonnigen Tag (

Gieß ein gutes Öl (z.B. Olivenöl) über die Blüten, bis sie bedeckt sind.

Verschließ das Glas.

Stell es an einen sonnigen, warmen Platz

Schüttel das Öl ab und zu

Warte ca. 3 Wochen

Filter das fertige Ringelblumenöl ab (z.B. mit Kaffeefilter).

Gieße es in eine dunkle Flasche.

Beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum

(Wichtig! Man vergisst es doch immer wieder, wenn kein Etikett drauf ist).

Hautberuhigungs-Bad

Zutaten:

1 Handvoll Melissenblätter
1 Handvoll Ringelblumenblüten

Rezept:

Man gibt die Kräuter in ein Leinensäckchen, legt dieses in die Wanne und lässt Wasser einlaufen.

Tee zur Regulierung der Monatsblutung,

und bei Entzündungen des Verdauungstraktes

Einen Teelöffel Ringelblume mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten abgedeckt ziehen lassen, danach absieben.

Offenes Bein

Beim offenen Bein wird eine getränkte Auflage angewendet, welche mit 1 Teelöffel Ringelblume auf ein 1/4 Liter Wasser als Aufguss hergestellt wird.