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© Udo Sodeikat bei pixilio.de

Schafgarbe und Ihre Beschreibung

die Schafgarbe ist die Schwester der Kamille

wissenschaftlicher Name: Achillea millefolium

Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae

englischer Name: Yarrow

volkstümlicher Name: Augenbraue der Venus (Supercilium Veneris), Bauchwehkraut, Blutkraut, Blutstillkraut, Frauenkraut, Frauendank, Gotteshand, Grillengras, Katzenkraut, Margaretenkraut, Katzenschwanz, Lämmerzunge, Schafrippen, Schafzunge, Tausendblatt, Teekraut.

Verwendete Pflanzenteile: das ganze blühende Kraut, Blüten

Sammelzeit: Hochsommer

Besonders hervorzuheben ist auch die Fähigkeit der Schafgarbe bei den Venen den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu fördern. Dadurch wird der Kreislauf verbessert und venöse Beschwerden wie Krampfadern, dicke geschwollene Füsse, Durchblutungsstörungen des Herzens und die Schaufenster-Krankheit werden positiv beeinflusst.

Die Schafgarbe ist eine mehrjährige, ausdauernde Pflanze, d.h. ein Teil der Blätter bleibt sogar im Winter oberhalb der Erdoberfläche.

Sie gehört zur Familie der Korbblütler (Compositae).

Der bevorzugte Standort

In ganz Europa ist die Schafgarbe heimisch, bis hoch zum Polarkreis . von Schafgarben sind die Wiesen. Dies liegt an der Vorliebe der Schafgarbe, einen sonnigen Standplatz, kombiniert mit einem stickstoffhaltigen Boden. Aus diesem Grund sind die wild wachsenden Schafgarben außer auf Wiesen auch auf Schuttplätzen, an Wegrändern und rund um Rainen zu finden. Jedoch auch in unseren Gärten breitet sie sich immer mehr aus. Auch in den Kräuter- und Heilkräutergärten hat sie in den letzten Jahren vermehrt Einzug gehalten. Da sie sehr genügsam ist, ist es möglich die Schafgarbe selbst im kleinsten Kräutergarten, auch in einer mobilen Anlage, in Töpfen und Kübeln, anzusiedeln. Es ist lediglich darauf zu achten, dass die Schafgarbe keine feuchten Böden mag. Entweder sorgt man im Garten bzw. im Beet für eine gute Drainage oder aber integriert sie gleich in einen Topfgarten. Dies ist besonders auf engem Raum oder einem Garten mit mediterranen Touch ideal, denn die Pflanze harmoniert optisch sehr, sehr gut mit anderen, eher südländischen Pflanzen.

Aus dem kriechenden Rhizom der mehrjährigen Pflanze sprießt im Frühjahr zunächst eine Blattrosette. Erst später entwickelt sich der kerzengerade Blütentrieb. Er ist außen behaart und enthält innen ein helles Mark. Die charakteristischen, länglich-schmalen und mehrfach gefiederten Laubblätter sind grün bis graugrün. Die unteren Blätter sind meist gestielt, die oberen sitzend mit basal vergrößerten Fiedern, die als Öhrchen bezeichnet werden. Am Ende der Sprosse stehen die Blüten in dichten, rispigen Scheindolden. Die einzelnen kleinen Blütenkörbchen setzen sich zusammen aus fünf weißen oder rosa Zungenblüten mit einigen gelben Röhrenblüten im Zentrum. Ein Hüllkelch aus drei Reihen dachziegelartig angeordneten, grünen Blättern umgibt die Blüten. Schafgarbe blüht von Anfang Juni bis oft in den November hinein.

Die Schafgarbe ist ein sehr vielseitiges Heilkraut. Sie enthält neben ätherischem Öl

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Azulen, Eukalyptol, Gerbstoffe, Flavone, Bitterstoffe, antibiotische Substanzen Inulin, Gerbstoffe, Eiweiß, Mineralien und Spurenelemente wie Kalium, Schwefel, Kalzium, Phophor Alpha-Pinen, Beta-Pinen, Azulen, Chamazulen, Limonen, Borneol, Cineol, Caryophylen, Sabinen, Campher, und und und….die Liste ist lang  .

Entsprechend lang ist auch die Liste ihrer Wirkungen: entzündungshemmend; blutstillend, antiseptisch,blutbildend, blutreinigend, anregend, tonisierend.Wegen ihrer Bitterstoffe wird sie heute auch bei krampfartigen Magen und Darmstörungen eingesetzt.

Von der Gattung Achillea gibt es weitere Vertreter, speziell:

Die Filzige Schafgarbe (Achillea tomentosa) kommt in den Alpen auf Trockenrasen und  in Felsensteppen vor. Sie wird nur 5-20 cm hoch. Die Blätter sind ebenfalls bis zum Mittelnerv stark fiederschnittig und fein zerteilt. Sie sind im Umriss lanzettlich und dicht wollig behaart. Die Blütenköpfe sind winzig, in dichten doldigen Rispen. Die Blüten sind gelb. Blüht von Mai bis Juli. Die Filzige Schafgarbe ist nicht giftig, aber nicht verwendbar.

 Die Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica) ist ungiftig, aber nicht verwendbar. Sie wird 20-100 cm hoch. Die Blätter sind nicht fiederschnittig, sondern schmal-lanzettlich, fein gezähnt, meist kahl, glänzend. Die Blütenköpfe sind bis 17 mm breit. Die Blüten weiss, nicht in doldigen Rispen. Blüht Juli bis September. Standort: Nasswiesen, Ufer.

Die Schwarze Schafgarbe (Achillea atrata) ist ungiftig, aber nicht verwendbar. Sie wurde früher für Liköre verwendet. Die Pflanze wächst in Bergregionen von ca. 1700 bis 4200 Meter ü.M. auf Kalkschutt. Sie wird 15-25 cm hoch. Die Blätter sind nur einfach fiederschnittig, die Blattteilchen nur in einer Ebene angeordnet, daher flach. Die Blütenköpfe sind 12-18 mm breit, die Blüten weiss.

Die seltene Zwerg-Schafgarbe (Achillea nana) kommt ebenfalls in den Alpen vor auf einer Höhe von 1500 bis 2800 Meter ü.M. Sie wird nur 5-10 cm hoch. Die Blätter sind wollig zottig, fiederteilig, eher flach. Die Blütenköpfe sind 10 mm breit, die Blüten schmutzigweiss. Die Pflanze riecht eigenartig. Die Pflanze ist nicht giftig, aber auch nicht verwendbar.

Die Moschus-Schafgarbe oder Iva-Schafgarbe (Achillea moschata) wird nur 10-20 cm hoch und wächst in den Bergen auf Steinhalden oder Gletscherschutt. Wird gebietsweise verwendet, um daraus einen Wein oder Likör zu machen (z.B. Graubünden: Ivawein).

Teilweise werden Zuchtformen von Schafgarbe kultiviert. Diese sind nicht verwendbar für die Wildkräuterküche, ausserdem enthalten sie weniger Inhaltsstoffe als die Wildform