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© Frank Hollenbach bei pixelio.de

Brennnessel als Heilkraut

Wirkung und Inhaltsstoffe

Analysen haben beachtliche Wirkstoffe an den Tag gebracht: Chlorophyll, Histamin, Gallus-, Gerb- und Ameisensäure, Glukokinin, Acetylcholin, Amine wie Histamin und Serotonin, Flavonoide, Karotinoide Vitamin A und E, Mineralsalze wie Eisen (blutbildend), Magnesium, Silizium, Natrium, Kalzium und Phosphor. Hinzu kommen pflanzliche Hormone als Phyto- oder Biostimulantien, sowie viele Enzyme.

Das Zusammenspiel dieser Inhaltsstoffe fördert beispielsweise die Ausscheidung von Harnsäure, erhöht den Harnfluss, schwemmt Ödeme aus und hebt die allgemeine Widerstandskraft.

Die Volksheilkunde weiß auch heute noch vieles mit der brennenden Pflanze anzufangen.

Als Tee wirkt sie harntreibend und entschlackend, gut für Ekzeme und Hauptprobleme, für Nierensteine und Harngrieß, Rheuma und Gicht.

Der Tee eignet sich auch als Zusatzbehandlung bei Zuckerkrankheit, da er die Funktion der Bauchspeicheldrüse günstig beeinflusst. Ebenso soll man bei Milzleiden und Abgeschlagenheit Brennessel-Samen essen und Tee aus den Blättern der Pflanze trinken.

Eine Kombination aus Extrakten der Sägepalme und der Brennnessel kann insbesondere bei typischen Prostatabeschwerden Linderung erzielen. Durch Reduktion der krankhaften Ansammlung von Flüssigkeit im Bindegewebe des Beckenbodens kann die Harnmenge beim Wasserlassen erhöht und die Restharnmenge in der Blase reduziert werden.

Tüchtige Peitschenhiebe mit frischen Brennnesseln helfen gegen rheumatische Beschwerden und entzündlichen Gelenkerkrankungen auch als Begleittherapie gegen Schmerzen, und zerquetschte, mit Salz vermengte Brennnesselblätter sollen Hundebisse und Furunkel heilen . 

Paracelsus erprobte die Wirkung der Nessel bei Gelbsucht und empfahl einen Trank aus Brennnesselsaft und Ziegenmolke zur Heilung.

Der große Gelehrte Fuchs empfahl: "Die Nessel in die Laug gelegt, vertreibt das harausfallen" und verabreichte eine Salbe aus Bärenschmalz und zerstoßenen Blättern der Nessel gegen Podagra und Gliederschmerz.

Selbst die Heilige Hildegard von Bingen rühmte die Pflanze u.a. mit folgenden Worten: "Die Brennessel ist in ihrer Art sehr warm. In keiner Weise nützt es, dass sie roh gegessen wird, wegen ihrer Rauheit. Aber wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen der Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt.”

 

In der Kosmetik

 ist die Brennnessel außerdem zur Pflege der Kopfhaut schon seit ewigen Zeiten als natürliches Mittel gegen Schuppen und Haarausfall und fettigem Haar bekannt.

(Nur Blonde sollten die Nessel meiden, für ihren Haartyp ist sie nicht geeignet.)

 Am bekanntesten ist die Anwendung bei Haarausfall. Wer sich damit plagt, sollte

einen Viertelliter Obstessig aufkochen und eine Handvoll frische Brennesselblätter damit übergießen. Man lässt das Gebräu eine halbe Stunde ziehen und seiht dann ab. Mit dieser Flüssigkeit wäscht man die Haare jeden zweiten Abend ganz leicht, trocknet sie ab und massiert etwas Klettenöl in die Kopfhaut. Das stärkt die Haarwurzeln

Gegen Schuppen und fettiges Haar hilft auch die bloße Wurzel der Pflanze.

Sie schneiden eine Handvoll in kleine Stücke und übergießen sie mit einem Viertelliter Weinessig. In einem luftdicht verschlossenen Glasgefäß (aus Weißglas) stellen Sie die Mischung vier Wochen an einen sonnigen Platz. Dann seihen Sie ab. Nach jeder Haarwäsche massieren Sie dieses Haarwasser in die Kopfhaut.

 

Gegen fettige und unreine Haut hilft der Tee auch, wenn man ein Tuch damit tränkt und auf das gereinigte Gesicht legt

Für Ihre Wimpern und Brauen können Sie ebenfalls etwas tun. Sie lassen 25 Gramm Brennesselblätter in 0,1 Liter Wasser fünf Minuten kochen. Dann seihen Sie ab und drücken dabei die Blätter gut aus; ein Nesseltuch vereinfacht die Prozedur. Sie vermischen jeweils einen Esslöffel der Flüssigkeit mit gleichviel Rizinusöl und tragen die Mischung jeden zweiten Abend mit einer weichen Zahnbürste auf die Augenbrauen und -wimpern auf.

Schon früher wurde die Brennnessel bei Hautleiden angewendet. In einem alten Kräuterbuch steht: "Die Blätter gestoßen / Salz darunter gemischt / als ein Pflaster auf alle faulen Schäden gelegt / reinigt und etzet das faul Fleisch heraus."

Dosierung und Anwendung

Brennnesseln werden üblicherweise als Tee, Tabletten oder Frischpflanzensaft angewendet. Dabei sollte die Tagesdosis nicht 8 bis 12 g übersteigen. Während der Behandlung sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Zur Teezubereitung verwendet man als Einzeldosis 1-2 Teelöffel (1 Teelöffel ca. 1,3 g) fein geschnittenes Brennnesselkraut wird mit einer Tasse kaltem Wasser übergossen, kurz aufgekocht und 10 min ziehen gelassen.

Täglich sollte man 2 - 3 Tassen trinken. Als mittlere Tagesdosis werden 8-12 g Droge empfohlen.

Der Tee sollte mit Honig gesüßt getrunken werden. Er wirkt auch gegen Pickel und Mitesser. Doch sollte man dazu vier bis acht Wochen lang regelmäßig eine Tasse täglich lauwarm

Für die Wurzeldroge

verwendet man etwa 1,5 g (= 1 Teelöffel) grob gepulverte Droge. Als Tagesdosis werden 4-6 g Droge empfohlen.

Für eine äußere Anwendung

als Einreibung empfiehlt sich eine Spiritustinktur in der Verdünnung 1:10. Außerdem ist Brennnessel in Haarwässern enthalten.

Die Brennnessel besitzt eine entschlackende, blutreinigende und harntreibende Wirkung und eignet sich daher hervorragend als Fastentee.

Besondere Hinweise:

Keine Durchspülungstherapie bei Ödemen (Gewebewassersucht) infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit. Beim Durchspülen ist auf reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten. Bei Berührung einer frischen Brennnesselpflanze mit der Haut bildet sich sofort eine juckende Quaddel. Die Ernte des Krauts sollte deshalb mit Handschuhen erfolgen. Für zahlreiche der Droge in der Volksmedizin zugesprochenen Wirkungen (z. B. antirheumatische) gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Bestätigungen.( ich denke wenn es hilft ist es doch eine ausreichende Bestätigung)

 

Auszüge dieser Beschreibung wurden mit freundlicher Genehmigung

unten beigefügtem Link entnommen

http://www.lauftext.de/naturkosmetik/brennessel.htm