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Brennnessel Beschreibung

Von der Brennnessel, die fast weltweit verbreitet ist, sind zwei Arten bekannt: Die Große Brennnessel (Urtica dioica) und die Kleine Brennnessel (Urtica urens).

 

Die Große Brennnessel kann bis zu 1,5 m groß werden und besitzt nur männliche oder weibliche Blüten, die Kleine Brennnessel wird nur 15 bis 45 cm hoch und besitzt sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Die gelblich-grünen Blüten sind in langen Rispen angeordnet. Die Früchte der Pflanze sind kleine, eiförmige Nüsschen, die meist von Kelchblättern umgeben sind.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

1. Urticae folium - Mineralien und Spurenelemente, Flavonoide (bis 0,6 %), unter anderem Quercetin-Glykoside, bes. Rutin, sowie Kämpferolglykoside, wie Astragalin; organische Säuren, u.a. Kaffeesäure und Kaffeoyläpfelsäure, ferner Scopoletin, Acetylcholin, Histamin und Serotonin in den Brennhaaren; äther. Öl, Vitamine, unter anderem Vitamin C, B-Komplex, K; Carotinoide, Steroide, Triterpene, Proteine.

2. Urticae radix - Steroide, unter anderm b-Sitosterol und Glykoside; Oleanolsäure, Homovanillylalkohol und sein 4'-O-b-D-Glucosid, Lignane; Scopoletin, Mineralien, Lectine, Polysaccharide.

Die Stängel und Blätter der Brennnessel sind mit verkieselten Brennhaaren besetzt, deren Spitzen bei Berührung winzige Wunden in die Haut bohren, in die sich dann das Nesselgift (u.a. Ameisensäure, Amine) ergießt. Schon ein Zehnmillionstel  Gramm des Gifts reicht aus, um das gefürchtete Brennen und Jucken hervorzurufen. Junge Blätter besitzen noch keine Brennhaare, sodass sie als Salat verzehrt werden können.

Die Brennnessel heißt auf Lateinisch fast genauso; ihr botanischer Name leitet sich vom "urere" (brennen) ab. Sie war in Europa vor Einfuhr der Baumwolle die bedeutendste Faserpflanze. Nesseltuch wurde schon im 12. ]ahrhundert von Albertus Magnus erwähnt. Und noch heute wird es - beispielsweise in der Küche - von keinem anderen Stoff übertroffen.

Die Brennnessel wuchs schon immer in der Nähe menschlicher Siedlungen und kann daher auf eine lange Geschichte und breite Anwendung in der Volksmedizin zurückblicken. Sie wurde bereits 63 n. Chr. zur Behandlung rheumatischer Beschwerden eingesetzt. Sogar das Peitschen der nackten Haut mit der Brennnessel wurde dabei empfohlen. Auch bei Gicht, Leber- und Gallenerkrankungen wurde ihre Heilkraft gerühmt. Die Blätter verwendete man äußerlich zur Wundheilung und auch bei Venenentzündungen. Aus der Wurzel wurden Auszüge bereitet, denen nachgesagt wurde, dass sie den Haarausfall des Manns verlangsamen.

Nachdem man im 12. Jahrhundert Brennesselfasern dazu nutzte, Segel und Fischernetze zu produzieren, versuchte man ab dem 15. Jahrhundert, die Pflanze zu kultivieren, bis schließlich die Baumwolle aufkam. Dennoch gewann der Nesselstoff immer dann an Bedeutung, wenn Baumwolle knapp wurde - zuletzt nach den beiden Weltkriegen.

Da Brennnesseln sich aber nicht nur zu Textilien verarbeiten lassen, sondern vor allem die Wildform lecker und gesund ist, finden heutzutage überwiegend die frischen Blätter und das getrocknete Kraut (Herba Urticae) Verwendung.

Heute finden vor allem die Blätter und die Wurzel der Großen Brennnessel medizinische Verwendung. In der Landwirtschaft wird sie dem Viehfutter zugesetzt und die aus den Stängeln gewonnene Faser dient als Baumwollersatz.

Die Brennhaare wirken wie eine Miniaturspritze; sie injizieren Histamin und Acetylcholin und lösen so eine Quaddelbildung aus.

Weltweit, außer Balearen und Kreta in Europa sowie in den Tropen Afrikas und Südamerikas bzw. in den Polarregionen.

Bild © Betty bei pixelio