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Löwenzahn  Beschreibung

Im Frühling verzaubert der Löwenzahn ganze Wiesen in einen goldenen Teppich und ein paar Wochen später verwandelt er sich in einen zarten Nebel aus fliegenden Früchten, die der Wind zu den fernen blauen Hügeln trägt dieser herrlich eifrig sich vermehrende Verwandte der Zichorie und der Margarite ist allen bekannt denn jeder hat einmal seine Blätter gegessen die gezackt sind wie die Zähne der Afrikanischen Löwen, oder die dicken gelben Blüten gepflückt und seinen seinen bitteren Saft ausgezogen oder seine Samen in alle 4 Himmelsrichtungen geblasen

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  Familie: Korbblütengewächse ( Compositae / Asteraceae )

  Bezeichnung: Löwenzahn (Taraxacum officinale) man hat Ihm auch eine Anzahl von Volkstümlichen Namen gegeben Bitterblume Gänseblume Pusteblume, Ringelblume, Kettenröhrlein Mönchskopf Sommerwurzel Wiesenlattich Dotterblume Saublume Kuhblume, Milchstock, Hundsblume Bettschisser und Lampe genannt. Löwenzahn heißt auf französisch Pissenlit das heißt wörtlich übersetzt piss ins Bett.

Früchte : grau- bis hellbraune Nüsse, die 3 - 4 mm lang und 1 mm breit sind; sie befinden sich an Sporen, die zu einem weißen flauschigen Ball geformt sind.
Die hohlen Blütenschäfte tragen den gelben Blütenkopf.

 Verbreitung: Löwenzahn ist in den meisten Teilen der nördlichen Halbkugel verbreitet. Er gedeiht auf allen Böden. Man findet ihn sowohl im Flachland als auch im Gebirge.

Der Wiesen-Löwenzahn ist eine ausdauernde, krautige Rosettenpflanze. Die Blätter sind in einer grundständigen Rosette (direkt über dem Erdboden) angeordnet. In milden Wintern bleiben fast alle Blätter erhalten, deswegen ist das Grün vom Löwenzahn auch im Winter auf den Wiesen und Weiden oder an Wegrändern zu sehen. Ist der Winter jedoch hart, sterben viele der äußeren Blätter ab; nur die inneren Rosettenblätter überwintern.

Das Aussehen des Löwenzahns ist eher derber Natur. Die großen, gelben Blüten sitzen auf dicken hohlen Stengeln, die bis zu 50 cm lang werden.

Auf gut gedüngten Wiesen und auch auf Rinderweiden tritt der Löwenzahn in Massen auf. Er bildet riesige gelbe Blütenteppiche! Auf einer solchen Fläche stehen auf engstem Raum unzählige Pflanzen, aber nur sehr wenige verschiedene Pflanzenarten.

Die Kuhblume, wie der Löwenzahn auch genannt wird, entwickelt sich besonders gut bei ausreichendem Nährstoffangebot und Licht; dann verdrängt er die anderen Pflanzen.

Da der Löwenzahn vom Vieh gerne gefressen wird, ist er auf den Wiesen und Weiden eine gern gesehene Pflanze. Allerdings ist sein Futterwert nicht besonders hoch, und Wiesenschnitt mit viel Löwenzahn ergibt ein minderwertiges Heu.

 

Blätter

Die Blätter sind vielgestaltig: Sie sind tief eingeschnitten, fiederspaltig bis schrotsägig. Schrotsägig werden sie genannt, weil man sie mit einer Schrotsäge (Waldsäge) vergleichen kann. Die spitzen Zipfel der Blattzähne sind etwas nach rückwärts gerichtet, ganzrandig oder nochmal gezähnt. Die untere Blatthälfte ist meist stärker zerteilt als die obere, die oft mit einem breit-dreieckigen Abschnitt endet.

Die Blätter werden zwischen 10 und 25 cm lang, sind bis zu 3 cm breit und zum Teil an der unteren Blatthälfte weich behaart. Sie haben eine starke Mittelrippe und kleinere Äderchen, die zum Blattrand laufen. Die Mittelrippe und die Blattstengel sind von grün über rosafarben bis tief purpurviolett gefärbt. Die Blätter sind zu einer Rosette vereinigt. Diese Blattrosetten treiben schon lange vor den Blüten aus den Knospen des Wurzelhalses - so nennt man den Übergang zwischen Sproß und Wurzel. Auch auf der Schnittfläche von abgeschnittenen Wurzeln bilden sich Knospen, die Blattrosetten hervorbringen. Die Blattform variiert je nach Standort sehr stark. So besitzen zum Beispiel Sonnenblätter schmale Blattzipfeln und sind stark gezähnt; durch die verringerte Oberfläche verdunsten sie weniger Wasser. Die Schattenblätter sind dagegen groß und fast ungeteilt, damit sie auch im Schatten noch genügend Licht einfangen können. Das Licht ist notwendig für die Photosynthese. So nennt man den Prozess, der die Energiegewinnung der Pflanze und damit ihre Existenz ermöglicht. Ursache für die abweichende Blattgestalt ist also die unterschiedliche Belichtungsintensität am Standort.

 

Blütenstengel

Der Stengel ist blattlos, röhrenförmig und hohl. Er knackt richtig, wenn er abgebrochen wird! In der Regel ist er mehr oder weniger stark behaart. In der Stengelwand, aber auch in allen anderen Teilen der Pflanze befindet sich ein weißer Milchsaft. Der Milchsaft bildet bei Berührung mit der Haut braune Flecken.

 

Wurzel

Die Wurzel ist eine pfahlwurzelähnliche Rübe, die bis zu 2 m (!) lang werden kann. In der Wurzel ist eine weiße Milch gespeichert. Diese Milch enthält übrigens auch einen geringen Anteil Kautschuk. Aus diesem Grund dienten einige Zuchtformen des Löwenzahns aus Asien zeitweise als wichtiger Lieferant für Kautschuk. Neben der Milch speichert der Löwenzahn in der Wurzel alle wichtigen Stoffe, die er zum Überwintern braucht.

Blüte

Blüte : gelb, öffnet sich morgens und schließt sich abends.
Blütezeit : April/Mai, oft auch im Herbst.

Die große, gelbe Blüte des Löwenzahns, die wie eine kleine Sonne leuchtet, wird 3 bis 6,5 cm groß. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich die Blüte als Blütenstand, der aus vielen Einzelblüten zusammengesetzt ist. Er ist außen von 2 Reihen grüner Hüllblätter umgeben. Die äußeren Hüllblätter sind nach außen geschlagen und die inneren umschließen die Blüte. Wegen der Ähnlichkeit mit einem Körbchen heißt die Blüte Korbblüte. Alle Pflanzen, deren Blüten ein Körbchen bilden, werden in der Familie Korbblütengewächse (Asteraceae) zusammengefasst.

Das Blütenköpfchen besteht aus etwa 200 bis 300 zwittrigen Einzelblüten, die auf dem Blütenboden sehr dicht beieinander stehen.

Jede Einzelblüte hat ein zungenförmiges, aus 5 verwachsenen Blütenblättern zusammengesetztes Blütenblatt, das unten zu einer Röhre geschlossen ist. Das Blütenblatt sieht wie eine lange gelbe Zunge aus, daher der Name Zungenblüte. Aus der Röhre ragt der Griffel mit der zweiästigen Narbe hervor. Die 5 Staubbeutel sind miteinander zu einer Röhre verklebt, die den Griffel umschließt.

Unter der Blütenkrone befindet sich eine aus umgewandelten Kelchblättern bestehende Haarkrone (Pappus). Am unteren Ende eines Stielchens sitzt der unterständige Fruchtknoten, aus dem sich die Samenfrucht entwickelt.

In jeder Einzelblüte befindet sich Nektar, der Bienen und andere Insekten anlockt. Eine Löwenzahnpflanze kann in der Regel zweimal im Jahr blühen.