Mythos und Legenden der Schlüsselblumen

© Andreas Mrowetz

Die Griechen nannten sie Dodecatheon, Zwölfgötterblume, die alle Krankheiten aus dem Körper verbanne. Für ihre Einfuhr aus dem Norden wurden stattliche Summen gezahlt.

Baldur, der germanische Frühlingsgott, bestrafte denjenigen, der sie ausriss.

Der Name Himmelsschlüssel geht auf eine Legende vom heiligen Petrus zurück der die Himmelstore bewachte. Eines Tages verlor er seine Schlüssel, sie vielen auf die Erde und dort wuchsen dann die „ Himmelsschlüsselchen“

Einer anderen Legende zufolge nach soll ein Jüngling, der mit einem von Geistern gefertigten goldenen Schlüssel die Himmelspforte öffnen wollte, zur Erde herabgestürzt sein. Als er erwachte, war der Schlüssel zur Blume geworden.

man glaubte, dass die Blume Zutritt zu Freyas Schätzen ermöglicht, es gibt viele Sagen, in denen ein junger Bursch eine geheimnisvolle Frau trifft, von der er eine Schlüsselblume bekommt, mit ihr erhält er Zutritt zu verborgenen Schätzen in der Erde, leider übersehen alle in ihrer Gier, die achtlos zur Seite gelegte Blume und können nicht mehr zu den Schätzen zurückkehren

die Druiden brauten aus ihr und weiteren Frühlingspflanzen den Trank der Begeisterung ->vermittelt die Lebensfreude und Aufmunterung des Frühlings nach dem Winter, war auch der Ostara geweiht, gilt mit als die Frühlingsbotin, die die Pflanzen weckt , fand ein Mädchen vor Ostern eine Sch. ->Heirat im selben Jahr, die Anzahl der Kinder entsprach den Blüten

Primula veris galt als Licht spendende Blume und symbolisierte die Auferstehung  Christi. Als Attribut der Mutter Gottes als sogenannte Marienpflanze – sind die Himmelsschlüssel auf vielen religiösen Bildern zu finden

 

Primula minima. Kleinste Schlüsselblume. Wenn ich diese schönblühende, zwergige Alpenblume unter den Zauberkräutern anführe, so geschieht es, weil ich vermuthe, dass sie mit dem Schwindelkraut identisch ist, dessen sich Seiltänzer von jeher als Arcanum bedienten. Saltarino, dem wir schöne Aufsätze über "fahrendes Volk" verdanken, erzählt von einem Seiltänzer, der anno 1649 kopfüber in die Seine stürzte, als er von dem Thurme von Nesle nach dem Thurme Grand Prévot ging. "Vielleicht", meint Victor Fournel, "vergass er vor der Production jene Wurzel zu kauen, welche seine Berufsgenossen vor Schwindel sicherte. Er hatte aber wenigstens die Vorsicht gebraucht, die ihm nicht leid that, nämlich sein Seil über den Fluss zu spannen." Auch Bonnet spricht von jenem Wunderkraute und behauptet sogar, dass die Gemsen und Steinböcke die Blätter desselben kauen, bevor sie die Gipfel der Gebirge erklettern. In Clusius' Geschichte der Pflanzen Pannoniens (1583) findet man bei "Auricula ursi minima", d. i. eben Primula minima: "Alpinum incolis Craftkraut et Schwindelkraut ab effectu dicitur" !

Von der wunderkräftigen Frühlingsblume, der man nachsagte, dass sie zu Ostern den Himmel aufschließt, erhoffte man sich früher auch Liebesglück: Fand ein junges Mädchen in der Karwoche eine blühende Schlüsselblume, konnte es davon ausgehen, noch im selben Jahr zu heiraten. Und wenn die ersten erblühten Wald- und Wiesenschlüsselblumen besonders lange Stiele hatten, glaubte man, dass auch die Gerste oder der Hanf lang werden. So groß war der Glaube an die magischen Kräfte der Pflanze, dass man ihr auch zutraute, beim „Erschließen“ verborgener Schätze wirksam zu sein. In vielen landschaftlich nur geringfügig voneinander abweichenden Sagen findet ein Jüngling oder Hirte eine Schlüsselblume und kann damit ein Felsentor zu einem verborgenen Schatz öffnen. Weil er die Zauberblume jedoch im Berg vergisst, obwohl eine Stimme warnt: „Vergiss das Beste nicht!“, geht er schließlich leer aus und kommt ohne den Schatz zurück.

gefunden hier: http://www.tagesspiegel.de/blaue-sei...06/2468997.asp

Der Schatz im Bocksberg bei Geisa

 Einst hütete der Schäfer vom Rockenstuhl seine Herde am Bocksberg bei Geisa. Da fiel es ihm auf, daß sein Hund zur Mittagszeit verschwand, und als der Hund wieder zurückkam, war er satt und gefüttert. Als das nun so mehrere Tage hintereinander geschah, wurde der Schäfer neugierig, er folgte dem Hunde und stand plötzlich vor dem Eingang eines alten Burg-Gewölbes. Der Schäfer war kein Angsthase und ging hinein.

Da sah er rechts und links eine Menge Gefäße mit allerlei Geldstücken stehen, und als er sich umdrehte, gewahrte er drei Jungfern, die er höflich grüßte, worauf sie ihm andeuteten, nach Belieben zuzulangen. Das ließ sich der Schäfer nicht zweimal heißen. Auf dem letzten Faß lag eine prachtvolle Schlüsselblume, und die drei Jungfern wiesen aufgeregt auf sie hin. Doch der Schäfer ließ sie achtlos liegen und trat mit vollen Taschen den Rückweg an. Kaum hatte er den Ausgang erreicht, schlug die Tür krachend hinter ihm zu, und es war fortan keine Spur mehr von ihr am Berg zu sehen.

Von dem Gelde kaufte sich der Schäfer ein kleines Gütchen, aber glücklich ist er nicht geworden. Denn er hörte immer wieder die drei Jungfern im Berg weinen und jammern, daß er den Schlüssel des Gewölbes nicht mitgenommen hätte. Denn die weißen Jungfrauen sind die armen Seelen dreier Edelfrauen, die diesen Schlüssel zu ihren Lebzeiten gestohlen hatten und nun dafür büßen müssen. Sie dürfen sich aber alle sieben, oder wie andere sagen, alle hundert Jahre einmal sehen lassen. Vielleicht kommt einmal jemand, der den geheimnisvollen Schlüssel an sich nimmt; dann hätten sie endlich ihre ewige Ruhe.

gefunden auf: http://members.aol.com/grehm/_sagen.htm