Der Myrtenkranz

 



Sträuben sie sich nicht, wenn ihnen jemand etwas Myrte ins Haar steckt, denn Myrte ist der römischen Liebesgöttin Venus und der Aphrodite  griechische Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit geweiht und verspricht dauerhaftes Liebesglück.

Die Bräute hatten in der alten Zeit weder Diademe, Tiara oder sonstige Schmuckkränze. Sie trugen echten Myrten-Kränze zu ihren Schleiern. Der Schleier stand für die Unschuld als äußerliches Zeichen

Früher wurde der Braut um Mitternacht von den besten Freundinnen ein Myrtenkranz überreicht, der Bräutigam bekommt für den Revers seines Anzuges einen Myrtenanstecker.

Bereits Griechen und Römer schmückten die jungfräuliche Braut mit einem Myrtenkranz.

Im 16. Jahrhundert wurde das auch in Deutschland Sitte. Der Myrtenkranz symbolisierte die Keuschheit und Reinheit der Braut. So stand bald in vielen Stuben eine Myrte auf der Fensterbank, denn es war Brauch, aus dem Brautkranz einen Zweig zu bewurzeln und ihn dann behutsam zu umsorgen.

Die Myrte ist ein hübsches, zierliches Gewächs mit zarten, weißen, duftenden  Blüten. Nicht nur die Blüten duften, sondern auch die glänzenden, dunkelgrünen Blättchen.

Einer arabischen Legende zufolge entstammt die Myrte dem Paradies. Adam soll bei der Vertreibung aus dem Paradies einen Myrtenzweig zur Erinnerung mitgenommen haben.

Die Griechen weihten die Myrte der Göttin der Schönheit und Liebe, Aphrodite. Ihnen galt sie als Symbol der Jugend und Schönheit. Die römische Mythologie stellt die Göttin Venus dar, wie sie mit einem Myrtenzweig in der Hand aus dem Meer steigt.

Die Römer schmückten ihre Tempel mit Girlanden aus Myrten und parfümierten mit die Hallen, in denen sie Feste feierten, mit Myrtenduft.

Im jüdischen Glauben ist die Myrte ein Symbol für Unsterblichkeit. Dort gehört sie, neben den Zweigen einer Zitrusfrucht, einer Dattelpalme und einer Bachweide, zu den vier Arten, die im Feststrauß für das Laubhüttenfest zusammengebunden werden

Schon im Mittelalter wurde die Myrte als Heilpflanze verwendet, zum Beispiel bei Katarrhen der Atemwege. Myrtenzweige wurden in großen Bündeln auf den Marktplätzen verkauft.

Inzwischen ist wissenschaftlich belegt, dass das in der Myrte enthaltene Myrtol bei Erkältungen für den schnellen Abtransport des infizierten Schleims sorgt und durch seine antientzündlichen und antioxidativen Eigenschaften den Heilungsprozess beschleunigt.

Äußerlich kann Myrte gegen entzündliche Hautleiden eingesetzt werden.