50 Jahre Goldene Hochzeit

Wie Gold hat die Ehe allem stand gehalten

und sich als fest und kostbar erwiesen.

Manche Ehepaare wechseln neue Ringe.

Wenn die Hochzeitsglocke...

Wenn die Hochzeitsglocke läutet hör´

 ich immer gerne zu,
denn ich weiß ihr Klang bedeutet: heut ist "Lebensrendezvous"...
Grüne Hochzeit feiern viele,

silberne gibt es auch im Land,
doch zum fünfzigjährigen Ziele

sind die wenigsten im Stand.
Fünfzig Jahre Eheleben fest vereint

in Glück und Leid,
immer nur das Beste geben, ist schon keine Kleinigkeit.
Was Ihr beide nun vollendet,

 liebes Jubelehepaar,

hat der Herrgott Euch gespendet

als sein Treue-Honorar.
Gab es auch manch schwere Stunde,

blies der Sturm um Euer Haus,
mit Euch ist das Glück im Bunde,

 jedenfalls sieht es so aus.
Für die kommenden Gezeiten sei beschert

 Euch Gutes nur,
Glück soll weiter Euch begleiten,

bis zur letzten Inventur.
Habt noch viele schöne Stunden,

auch noch manchen Höhenflug,
bleibt so lang in Lieb verbunden,

bis Gott sagt: "Jetzt ist es genug".

 

 

 

Aus einem Blick

 

Es war einmal vor fünfzig Jahren

Gab’s zwei Menschen beider Arten

Von Alter und Gemüt verschieden

Hätten sich vielleicht gemieden

- falls anders es gekommen wär

 

Eines hatten sie gemeinsam

Warn allein und manchmal einsam

Dass es einmal doch geglücket

Was die Götter hoch entzücket

Beider sehnsuchtsvoller Blicke

Schließlich dann mit viel Geschicke

Miteinander still verbanden

Dass ein Funke so entstanden !

 

Diese Winzigkeit der Stunde

Jener Blick, jene Sekunde

War der Anfang einer Bande

Die nun immer mehr entstande

Welch’ sich in gebildet Kreise

Nur auf eine einzig Weise

Nämlich Liebe nennen darf !

 

Stellt euch einmal vor ihr Lieben

Was euch zweien nicht beschieden

Hätte einer von euch beiden

Zu beschriebenen Gezeiten

Seine Augen unverdrossen

Eben einmal grad geschlossen

- falls anders es gekommen wär.

 

Doch wir woll’n nicht lange fragen

Sondern lieber weitertragen

Dass hier diese unsre beiden

Ohne gar zu übertreiben

Sich seit jenem Blick verstanden

Bald darauf die Wege fanden

Die es offiziell gemacht

Dass einer jetzt den andern hat.

 

So ließen sie alsbald recht schicklich

Leichten Schrittes, herzerquicklich

Sich vereinen, was sie band

In den heiligen Ehestand

Und dem Sakrament der Ehe

Wurden beide auch nicht Wehe

Diese Ehe war gesegnet

So schon bald der Weg geebnet

Sorgten beide mit Geschick

Für das schöne Kinderglück!

 

Stellt euch einmal vor ihr Lieben

Was euch beiden nicht beschieden

Wenn vielleicht Mama Natur

Auch in Winzigkeiten nur

Ihr passiert ein Missgeschick

Nicht diese Kinder euch geschickt

-falls anders es gekommen wär.

 

Doch wir woll’n nicht lange fragen

Sondern lieber weitertragen

Dass die Kleinen gut gediehen

Wie zwei Sonnen euch beschienen

Und verhalfen wohl ein Stück

Zu dem langem Eheglück.

Und euch zwei’n ist nicht gedrungen

Sondern wunderbar gelungen

Die Erziehung euer Beiden

Inzwischen groß geword’nen Kleinen.

 

Was den Eltern schon geglückt

Fanden auch die Kinder schick

Suchten mit gezieltem Blick

Sich Partner für ihr Eheglück.

Bei allen fielen gut die Karten

Keiner musste lange warten

So dass euch zwei’n, schnell beschrieben

Traditionsreich und gediegen

Bald die Enkel war’n beschieden.

 

Ja, schau her die Zeit vergeht

Weil sie leider nie stillsteht

Viele Jahre sind verstrichen

Einfach so dahin geschlichen

Und so heißt das Goldene Paar

Bald Uroma und Uropa

 

Eines haben wir gesehen

Und das ist nicht zu übergehen

Eure Kinder leben heiter

Froh und glücklich und so weiter

Und wir Enkel ganz und gar

Sind sehr froh, das ist doch klar.

Wie wir aufgewachsen sind

Wie wir glücklich war’n als Kind

Wie wir auf so schöne Weise

Gehütet im Familienkreise

Werden konnten, was wir sind

Und ich sage nun geschwind:

 

Dass dies alles nur entstanden

Weil sich eure Blicke fanden

Und daraus etwas entstand

Das heut hat fünfzig Jahr Bestand.

 

Stellt euch einmal vor ihr Lieben

Was uns allen nicht beschieden

Hätte einer von euch beiden

Zu beschriebenen Gezeiten

Seine Augen unverdrossen

Eben einmal grad geschlossen

-falls anders es gekommen wär.

 

War’s Schicksal oder Zufall schlicht?

War’s Gottes Wunsch, ich weiß es nicht

Wir wollten auch nicht lange fragen

Sondern lieber weitertragen:

Euer Blick schweift heut zurück

Auf fünfzig Jahre Eheglück!

Drum hebet an mit viel Geschick

Auf dass der Sekt uns nun erquickt

Auf weit’re fünfzig sage ich

Gesundheit, Frohsinn, Geld und Glück!

 

© Daniel Decker