Die Trauung

Auch grüne oder weiße Hochzeit genannt. Das ist der Tag , an dem ein gemeinsamer Lebensweg seinen Anfang nimmt.

Kirchliche Eheschließung

Im 10. Jahrhundert begann die christliche Kirche damit, die alte Ordnung abzubauen. Sie setzte der ständischen Ebenbürtigkeit die Forderung nach der Gleichheit des Glaubens entgegen. Als Ehe Ideal sollten Monogamie und Treue gelten. Diese Forderungen setzten einen Wandel des Denkens voraus und konnten erst nach und nach realisiert werden. Das 4. Laterankonzil erließ im Jahre 1215 Ehe-Gesetze.

Im Verlauf des Mittelalters änderte sich die rechtliche Form der Eheschließung. Die kirchliche Segnung der Ehe erhielt gegenüber den weltlichen Akten ein immer größeres Gewicht. Die Trauungshandlung verlagerte sich vor die Kirchenpforte in Gegenwart eines Geistlichen, der sie mit seinem Segen beschloss. Anschließend folgte die Brautmesse. Die Trauung durch einen Geistlichen wurde schließlich im Mittelalter zur typischen Form der Eheschließung. In Luthers "Traubüchlein" (1529) ist ebenfalls eine Zweiteilung vorgeschrieben: erstens das Zusammensprechen der Brautleute vor der Kirche und zweitens ihre Segnung in der Kirche. Der gesamte Trauungsakt wurde erst im 16. Jahrhundert in die Kirche verlegt. Die vorhergehende Verlobung, seit vorchristlicher Zeit als bindendes Eheversprechen bewertet, verlor dadurch an Bedeutung. Das führte hier und da zu Rechtsunsicherheit. Die somit entstandenen Probleme wurden später in Hochzeitsbräuchen und Hochzeitsspielen über verlassene oder falsche Bräute dargestellt.

Die Farbe des ersten Hochzeittages rührt wahrscheinlich vom Kopfschmuck der Braut her: häufig trug sie einen Myrtenkranz.

Die Myrte hat große Bedeutung in der Mythologie verschiedener Völker. So soll bereits Adam bei der Vertreibung aus dem Paradies einen Myrtenzweig zur Erinnerung mitgenommen haben.

Die Myrte galt schon in der Antike als Symbol der Schönheit, Jugend und der Jungfräulichkeit. Deshalb wurde auch ein Myrtenkranz auf Hochzeiten getragen.

Auch ist sie der der griechischen Liebesgöttin Aphrodite und der römischen Liebesgöttin Venus geweiht.

Die medizinische Verwendung ist seit der Antike überliefert, daher auch die Wünsche für gute Gesundheit.

 außerdem ist grün die Farbe der Hoffnung.