Der Gott Ianus  (auch Janus)

gehört zu den ältesten römischen Gottheiten und zur ursprünglichen römischen Mythologie.

Die Tagesanfänge, der erste Tag im Monat (die sogenannten Kalenden) und der nach ihm benannte Monat Januar waren dem Janus geweiht. Das Hauptfest des Gottes wurde am 1. Januar begangen. An diesem Feiertag ließ man nicht alle Arbeit ruhen, sondern ging seinen Lieblingsbeschäftigungen nach, in denen man im Verlauf des beginnenden Jahres Erfolge erzielen wollte.

Man opferte Janus Weihrauch, Wein und Kuchen. Die Menschen tauschten untereinander kleine Geschenke aus wie Lorbeer- und Palmzweige, Datteln, Feigen, Honigkuchen sowie Münzen mit dem Januskopf.

Den Höhepunkt des Tages bildete der Festzug der Konsuln, die an diesem Tag ihre Amtsgeschäfte aufnahmen und in Begleitung der Senatoren und Ritter zum ersten Mal mit den Amtsinsignien auf das Kapitol zogen, um Opfer darzubringen.
 

Janus´ Herkunft ist unterschiedlich gedeutet.

Mal gilt er als Sohn von Apollo und Kreuse, der Tochter des Königs Erechtheus von Athen.

Neben diesen jungen Mythos heißt es auch, er sei Sohn des Uranos (oder Coelus) und der Hekate oder er gilt als Sohn des Saturn und der Entoria.
Seine Gattin war seine Schwester Kamese, die er aus seiner Heimat Perrhaebia mitbrachte. Mit ihr ist er Vater der Olisthene. Eine Liebschaft war die Nymphe Krane bzw. Crana. Mit ihr ist er Vater des Königs von Alba Longa.

eine andere Version besagt Venilia soll seine Frau gewesen sein. Seine Tochter Canens sei mit König Picus von Laurentum vermählt gewesen. Ferner soll er auch Cardea zur Frau genommen haben.
Als historische Persönlichkeit soll Janus ein altitalischer König gewesen sein, der 150 Jahre vor Aeneas von Perrhaedia nach Italien gelangt war, etwa um die Zeit des biblischen Richters Ehud, nach biblischer Zeitrechnung im 2625. Jahre

Nach einer sehr gewöhnlichen Darstellung zählte Ianus in der rechten Hand 300, in der linken 65 Steinchen, was auf die Einteilung des Jahrs in 365 Tage hindeutet. Auf andern Bildern hatte er in der Rechten einen Stab, in der Linken einen oder mehrere Schlüssel, als Symbol der Gewalt des Wächters der Himmelspforte, des Bewegers der Angeln des Weltalls, des Aufschließers und Zuschließers des Himmels, der Wolken, des Landes und des Meers (daher Claviger, Clusius

  

Janus war der römische Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore. Sein Name gehört zur gleichen Wortfamilie wie ianua, der lateinischen Bezeichnung für Tür und janus für jeden unverschlossenen gewölbten Durchgang. Nach ihm ist auch der Monat Januar benannt. Alle Kalenderdaten, die Anfänge symbolisierten (sog. Kalenden), waren ihm gewidmet. Das Hochfest des Ianus, das agonium, wurde am 9. Januar des römischen Kalenders gefeiert

 

Er war allerdings ursprünglich ein Licht- und Sonnengott, das männliche Gegenbild der Jana oder Diana, und wurde erst allmählich zum Gott allen Ursprungs und Anfangs, zum Vater aller Dinge (auch der Quellen) und aller

Seinem Wirken wird der Bau von Schiffen und die Verwendung der Münzen zugeschrieben. Er wurde auch als Erfinder des Ackerbaues, der bürgerlichen Gesetze und gottesdienstlichen Gebräuche verehrt. Auch sonst soll Janus, nachdem er nach Italien gelangte, den zuvor wilden Menschen allerlei Kultur gebracht haben, wird darin aber auch als Statthalter Saturns angesehen. Der Hügel Janiculus war nach ihm benannt, den der Gott selbst aufgeworfen hatte.

 

Der König Numa Pompilius, der den Dienst für Ianus in Rom eingeführt haben soll, errichtete den Janustempel. Außerdem wurde ihm anfangs auch der, nach ihm benannte Janusbogen zugeschrieben

 Die Kultstätte des Janus befand sich im Norden des Forum Romanum und bestand aus einem heiligen Torbogen, durch den das römischen Heer in den Krieg zu ziehen pflegte. Die Tore des Bogens blieben in Kriegszeiten immer geöffnet und wurden zu Beginn einer Friedenszeit geschlossen. Kaiser Augustus rühmte sich, dass unter seiner Herrschaft die Tore dreimal (!) geschlossen waren, in der ganzen vorangegangenen römischen Geschichte lediglich nur zweimal (!).

Außer diesem Tempel hatte er noch in jeder Region der Stadt Rom einen Altar. Hier wurden stets die Opferhandlungen eingeleitet. Bei seiner Anrufung, die jeden Morgen erfolgte, schaute man nach hinten und nach vorne, wie der doppelgesichtige Gott das doppelseitige im Leben, Vorher und Nacher schlechthin ist. Die Bildsäulen des Janus waren mit Lorbeer bekränzt. An seinem Festtag, dem 1. Januar, tauschte man diese gegen frische aus.
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Die frühsten Abbildungen dieses Gottes (auf den Münzen, die Servius Tullius prägen ließ) zeigen ihn mit einem Doppelgesicht, vorwärts und rückwärts blickend (daher die Beinamen Geminus, Bifrons, Biceps);

Seine Doppelgesichtigkeit symbolisiere entweder die Teilung seiner Herrschaft mit dem Saturn oder die Sonne, die den Tag sowohl beginnt als auch beendet.
Sein Name soll eigentlich Eanus gewesen sei, von lat. ab eundo, „Gehen”, weil er die Sonne sei, die beständig gehe oder laufe.

Gelegentlich wird er, als Quadrifrons, auch mit vier Gesichtern dargestellt, welche die vier Elemente wie die vier Jahreszeiten darstellen. Eine solche Darstellung seiner fand sich in Phaleris, Tucsien. Man verbrachte ihn nach Rom, wo Quadrifrons auf dem Foro Transitorio ein Tempel errichtet wurde.

 Er steht in der Nähe der heutigen Kirche St. Georg.
Janus´ Schlüssel schließt den Tag auf und zu, seine zwölf Altäre stehen für die zwölf Monate .

Die häufigste Darstellung des Gottes erfolgte aber, eventuell nach griechischem Vorbild von gewissen Hermes- und Apollon Bildern, eben doppelköpfig. Der so genannte Januskopf gilt deshalb als Symbol der Zwiespältigkeit (etwas ist "janusköpfig" = etwas ist "zwiespältig