Kindermord 28 12

 

 

28.Dezember

Tag der unschuldigen

Kinder
 

Kindermord zu Bethlehem ,

 nach Matthäus 2, 13-18,

 die Ermordung aller Knaben unter zwei Jahren in und um Bethlehem auf Befehl von  Herodes I. d. Gr.

Nach biblischem Bericht zogen zur Zeit der Geburt Christi drei Weise, später meist Könige genannt, aus dem  Morgenland nach Jerusalem, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen, dessen Ankunft durch einen Stern angezeigt worden war (Stern von Bethlehem). Sie fragten im Palast nach dem Königssohn, doch niemand wusste ihre Fragen zu beantworten. König Herodes befragte seine Hohenpriester und Schriftgelehrten, wo der Messias geboren worden sei. Diese nannten Bethlehem als Geburtsort, weil es so vom Propheten verheißen worden sei. Herodes trug den drei Weisen auf, ihn zu benachrichtigen, wenn sie das Kind gefunden hätten, damit auch er ihm Ehre erweisen könne. Durch einen Engel, der ihnen im Traum erschienen war, wurde den Weisen geboten, nicht zu Herodes zurückzukehren, sondern einen anderen Heimweg einzuschlagen .

Mt 2, 16-18 "Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und da Herodes des Neugeborenen nicht habhaft werden konnte, schickte er Soldaten mit dem Befehl aus, in Bethlehem und in der ganzen Gegend  alle Knaben unter zwei Jahren und darunter zu  töten , nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte. Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia, der da spricht (Jeremia 31,15) "In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen."

Laut Bibel war Jesus ständig auf der Hut. Immer wieder wurde er vor dem machtbesessenen Herrscher gewarnt. Zwar hat er den Kindermord des Herodes überlebt, aber auch nach dessen Tod konnte er sich nicht sicher fühlen. Herodes blieb weiterhin Jesus' stärkster Gegenspieler, denn längst schon hat der Sohn des Herrschers, Herodes Antipas, den Platz des Vaters eingenommen. Doch die Bibel spricht weiterhin von dem einen Herodes. Ob Herodes der Große oder Herodes Antipas, in der Bibel steht der Name "Herodes" für alle böse Taten. Dass nicht Herodes der Große, sondern sein Sohn für etliche in der Bibel beschriebene Verbrechen verantwortlich ist, ist aus den biblischen Geschichten schwer zu erkennen. Herodes Antipas herrschte von 4 vor Christus bis 39 nach Christus Mit 16 Jahren trat er die Regierung an. Unter den Augen des Antipas wird es später zu jenem Prozess kommen, der Jesus das Leben kosten wird. Herodes Antipas machte offenbar dort weiter, wo sein Vater aufgehört hat.

 

Der Evangelist Matthäus beschrieb den Mord an den Kindern. So wurde der Kindermord von Bethlehem zu einem Verbrechen, das für immer mit dem Namen des Herodes verbunden sein wird. Herodes der Große gilt als blutrünstiger Tyrann, als skrupelloser Herrscher über die Juden. Nichts Gutes weiß die Bibel über ihn zu berichten.

Abscheuliche Taten
     

Ein spektakulärer Fund in der Hafenstadt Ashkelon an der israelischen Mittelmeerküste gibt eine überraschende Antwort auf die Frage. Aschkelon war zu Zeiten Jesu einer der wichtigsten Häfen Palästinas. Die antike Kaimauer ist längst ein Raub der Gezeiten geworden. Aber hinter den ehemaligen Hafenanlagen blieben die Fundamente der Häuser erhalten. Hier machten Archäologen vor wenigen Jahren eine grausige Entdeckung. In einer Grube inmitten des Wohnviertels fanden sie Hunderte von Babyknochen. Wie Gerichtsmediziner feststellten: fast ausschließlich von Jungen unter zwei Jahren - ermordet.

 

Professor Carsten-Peter Thiede über die Skelettfunde

 Man fand die Skelette und konnte sie auf die Zeit des Herodes datieren, also ein archäologisch nachgewiesenes Kindermordereignis. Man darf also soviel sagen, dass sich dieses Ereignis durchaus auch in der gleichen Zeit wie der Kindermord von Bethlehem ereignete."

 

Ob auch Bethlehem damals Schauplatz eines Kindermords war, ob König Herodes Jesus nachstellen ließ, lässt sich nicht beweisen. Aber der Mord an den Kindern von Ashkelon und die Brutalität, mit der Herodes regierte, machen die Legende zumindest glaubhaft.