25. Dezember

1. Weihnachtstag

 

Als Kaiser Aurelian 275 nach Chr. das heidnische Sonnenfest "Natale Solis Invicti" (Geburt der unbesiegbaren Sonne) als Staatsfeiertag einführte, stellten die Christen diesem das Fest "Natale Christi" entgegen, das Geburtsfest Jesus. Für sie war Jesus "die unbesiegbare Sonne", das "wahre Licht der Welt" (Johannes 8,9), die "Sonne der Gerechtigkeit" (Maleachi 3,20).

Im Jahr 353 datierte Papst Liberius die Geburt Jesu verbindlich auf den 25. Dezember. Damals wurde in Rom das Christentum zur Staatsreligion: Alle Festtage des heidnisch-römischen Kults wandelte man in christliche Kulte um.

Warum man, da der wirkliche Geburtstag Jesu niemals hat ermittelt werden können, gerade den 25. Dezember dazu gewählt hat, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Nach einigen geschah es, weil dieser Tag im Altertum als Tag der Sonnenwende angesehen wurde und daher bei den Römern Dies natalis invicti, Geburtstag der Unbesiegten (Sonne), hieß, eine Bezeichnung, die sich leicht auf Christus, das Licht der Welt, beziehen ließ.

Nach andern war es bloß die Folge der auf mystischen Berechnungen und prophetischen Äußerungen beruhenden Annahme des 25. März als feststehenden Tages der Empfängnis Christi.

Der 25. Dezember, Tag der Wintersonnenwende, war in vielen frühen Kulturen ein besonderer Tag: Die Germanen feierten ihr Mittwinter- oder Julfest das zugleich ein Toten und Fruchtbarkeitsfest  war.

Im vorderasiatischen Mithraskult wurde an diesem Tag die Geburt des indischen Lichtgottes gefeiert. Bei den Ägyptern wurde mit dem Isiskult die Geburt des Horus auf diesen Tag gelegt.

 Die Römer begingen an diesem Tag feierlich ihre "Saturnalien" zu Ehren des Gottes Saturn, des unbesiegbaren Sonnengottes - im julianischem Kalender fiel die Wintersonnenwende auf den 25. Dezember.

 Kaiser Aurelian (270 - 275) hatte den 25. Dezember als Geburtstag des "Sol Invictus", des "Unbesiegten Sonnengott" feiern lassen.

In der Zeit der längsten Nächste des Jahres hatten die Menschen das Gefühl, den dämonischen Mächten besonders ausgesetzt zu sein; deshalb wurde die Zeit nach der Wintersonnenwende, wenn die Tage wieder länger werden, zur besonderen Festzeit, in der der Sieg der Sonne des Lichtes über die Finsternis gefeiert wurde. Die Christenheit, die Jesus als "das Licht der Welt" (Johannesevangelium 8, 12) verkündigt, hat so die römische Tradition übernommen.

Schon Gegenpapst Hippolyt versuchte ums Jahr 217, all diese Kulte damit zu beseitigen, dass er das Fest der Geburt Christi auf den 25. Dezember verlegte. Durchsetzen konnte dies aber erst Papst Liberius im Jahr 354: der 25. Dezember wird erstmals ausdrücklich vom Kalligraphen Furius Dionysius Filocalus im "Chronographus anni 354" genannt, einem Handbuch, in dem sich Verzeichnisse der römischen Konsulen, Stadtpräfekten und Bischöfe, eine Ostertafel, eine Weltchronik, eine Stadtchronik und Beschreibung der Stadt Rom, ein Kalender und ein Verzeichnis der Gedächtnistage der römischen Bischöfe und Märtyrer befindet, wobei Teile wohl der aus dem Jahre 334 stammenden Weltchronik des Hippolyt entnommen sind.

Von Rom aus hat sich die Tradition schnell ausgebreitet: Bereits 360 wurde das Fest der Geburt Jesu in Nordafrika, um 370 in Oberitalien, ab 375 im Orient, nach 380 in Spanien gefeiert. Zum Dogma wurde der Termin als Geburtstag Christi im Jahr 381 auf dem 1. Konzil von Konstantinopel erklärt. Im 7./8. Jahrhundert setzte sich dieser Festtag auch in Deutschland durch, die Synode von Mainz erklärte 813 diesen Tag offiziell zum "festum nativitas Christi". Mit ihm begann damals das Kalenderjahr;

 der 1. Januar wurde erst mit Einführung des Gregorianischen Kalenders im 16. Jahrhundert zum Jahresbeginn. Der 25. Dezember blieb der Tag der Feier der Geburt Christi, obwohl seit Einführung des gregorianischen Kalenders die Wintersonnenwende am 21. Dezember ist.

Seit dem 4. Jahrhundert gab es in Katakomben Malereien mit dem Kind zwischen Ochs und Esel, teilweise auch mit Hirten. Erst später kamen Bilder, auf denen auch Maria und die Weisen zu sehen sind. Im 7. Jahrhundert wurde in der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom eine Holzkrippe aufgestellt, in Italien waren Krippen um 1478 weit verbreitet, nach Deutschland kamen Krippen Mitte des 16. Jahrhundert durch den Jesuitenorden. 1537 sind Krippen zum Weihnachtsfest nachgewiesen in Brügge in Belgien, 1562 in Böhmen, 1595 in Japan, 1599 in Ostindien, 1601 in Altötting Deutschland, 1607 in München.

Jesus Geburts-Jahr: Das Jahr Null in der Zeitrechnung
Es ist ein historisches Missverständnis anzunehmen, dass es das Jahr Null in unserer Zeitrechnung gibt. Rechnet man in unserem Kalender rückwärts, so folgt auf das Jahr Eins vor Christi sofort das Jahr Eins nach Christi. Jesus kann also auf keinen Fall im Jahr Null geboren sein, weil es dieses nicht gibt!

Dionysius' Rechenfehler
Der Mönch Dionysius Exiguus hatte im Jahr 525 damit begonnen aus allen verfügbaren Quellen, das wahrscheinliche Geburtsdatum Jesus - ausgehend von der Feststellung des Osterfest-Datums - zu berechnen. Der Gelehrte hat sich dabei um ein paar Jahre verrechnet. Heute wissen wir, dass Jesus auch nicht im Jahr 1 nach Chr. geboren wurde. Die Wissenschaft ist sich einig, dass Jesus im Zeitraum zwischen 7 und 4 vor Chr. zur Welt gekommen ist - mit großer Wahrscheinlichkeit in Nazareth und nicht in Bethlehem. Das 2000. Geburtstagsfest Jesu hätten wir demnach bereits zwischen 1993 und 1996 feiern müssen.

Gewiss ist, dass der 25. Dezember als Geburtstag Christi in dem römischen Festverzeichnis von 354 zum erstenmal im Abendland erwähnt wird, und dass im Orient der 6. Januar, das Fest der Erscheinung Christi, auch für das seiner Geburt galt, bis das letztere durch ein Gesetz Kaiser Justinians auf den 25. Dezember verlegt und seitdem in allen christlichen Kirchen mit Ausnahme der armenischen an diesem Tage gefeiert wurde.

 Die Feier der eigentlichen Christnacht, d. h. der Nacht vor dem Feste, wurde früher sehr festlich begangen (Christmetten), wobei besonders dramatische Darstellungen der Geburt Christi vorgeführt wurden ( Krippenspiele).

Weihnachten bildet auch in dem Kirchenjahr einen besondern Abschnitt (Weihnachtszyklus), der vom ersten Adventssonntag bis zum Hohen Neujahr (6. Jan.) reicht.

Die sogenannte  Christbescherung, die man jedoch nur in Deutschland und Skandinavien antrifft, hängt zwar, wie der Christ- oder Weihnachtsbaum , mit alteinheimischen Vorstellungen zusammen, fand aber in der christlichen Idee von Weihnachten einen geeigneten Anhalt, wodurch das ganze Fest noch außerdem die Bedeutung eines Kinderfestes erhielt, die es jetzt in Deutschland hat.