Ich lag und schlief; da träumte mir
ein wunderschöner Traum:
Es stand auf unserm Tisch vor mir
ein hoher Weihnachtsbaum.

Und bunte Lichter ohne Zahl,
die brannten ringsumher
die Zweige waren allzumal
von goldnen Äpfeln schwer.

Und Zuckerpuppen hingen dran;
das war mal eine Pracht!
Da gab´s, was ich nur wünschen kann
und was mir Freude macht.

Und als ich nach dem Baume sah
und ganz verwundert stand,

nach einem Apfel griff ich da,
und alles, alles schwand.

Da wacht´ ich auf aus meinem Traum,
und dunkel war´s um mich.
Du lieber, schöner Weihnachtsbaum,
sag an, wo find´ ich dich ?

Da war es just, als rief er mir :
"Du darfst nur artig sein;
dann steh´ ich wiederum vor dir;

jetzt aber schlaf nur ein !

Und wenn du folgst und artig bist,
dann ist erfüllt dein Traum,
dann bringet dir der heil´ge Christ
 

den schönsten Weihnachtsbaum."

(Heinrich Hoffmann v. Fallersleben)

Der Christbaum

Die Entwicklung des Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus  Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen.

In immergrünen Pflanzen steckt Lebenskraft und darum glaubte man, Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man sein Zuhause mit Grünem schmückte. Bereits die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen .

Einen Baum zur Wintersonnenwende zu schmücken, ehrte auch im  Mithras - Kult den Sonnengott. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren und das Grün gab Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.

Schon im  Mittelalter bestand vielerorts der Brauch, zu bestimmten öffentlichen Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken, wie zum Beispiel der Maibaum  oder der Richtbaum.

Zu Weihnachten wurden in der Kirche Paradies - Spiele aufgeführt, zu denen ein Paradiesbaum, der durchaus auch ein Laubbaum sein konnte, mit Äpfel behängt wurde. Der Apfel diente dabei als Zeichen der verbotenen Frucht und erinnerte an den Sündenfall und an die Befreiung des Menschen von der Erbsünde  durch Jesus Christus Noch bis ins 19. Jahrhundert schmückte man in Norddeutschland seinen Christbaum mit Adam und Eva inklusive der Schlange, aus Holz oder gebacken.

Die erste Erwähnung eines Christbaumes stammt aus dem Jahr  1419 . Die Freiburger Bäckerschaft hatte einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften.

Erst über hundertzwanzig Jahre später, 1539 gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde.

Die Zünfte und Vereine waren es schließlich, die ein immergrünes Bäumchen in die Zunfthäuser stellten.  1605 schmückte man ihn mit Süßem und Äpfeln woraus sich der Christbaumkugel-Brauch entwickelte.  1611 schmückte Herzogin  Dorothea Sybille von Schlesien den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen.

Um 1830  wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen. Nach und nach wurde die Sitte der Stubenbegrünung auch beim gewöhnlichen Volk beliebt und diese holten Zweige und 'Dannenreisig' ins Haus.

Die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, schritt gegen das Plündern des Waldes zur Weihnachtszeit ein und billigte diesen " heidnischen Brauch nicht. Mit der Zeit aber musste sie langsam ihren Widerstand gegen diesen Brauch aufgeben. Als die  Reformatoren den Christbaum zum Weihnachtssymbol des 'rechtgläubigen' Protestanten erklärten und sich dadurch von der katholischen Sitte des  Krippen-Aufstellens abgrenzten, trat der Christbaum seinen Siegeszug an. Die Auswanderer des 18. Jahrhunderts 1nahmen den Brauch mit nach Amerika. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts trat der Weihnachtsbaum auch in den katholischen Regionen Deutschlands und Österreich seinen Siegeszug an. Der erste Weihnachtsbaum in Wien wurde 1816  von Henriette von Nassau Weilburg der Gattin Erzherzog Karls aufgestellt.

Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnten sich diese zunächst nur die begüterten Schichten leisten und die Stadtbevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen. Erst als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden, konnte der städtische Bedarf gedeckt werden.

Der Lametta wurde 1878 als Neuerung in Nürnberg entwickelt. Als Christbaumbehang symbolisiert Lametta der Tradition nach die Optik von glitzernden Eiszapfen.

 

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