Der 4. Dezember ist der Tag der heiligen Barbara
 

Barbara bildet mit Katharina und Margareta die Gruppe der „drei heiligen Madeln” (Bauernpatroninnen) unter den 14 Nothelfern. Ergänzt um die heilige Dorothea bilden die vier Frauenheiligen die „quattuor virgines capitales”, also die vier besonders heiligen Jungfrauen.

 

Die mittelalterliche Verehrung belegen Barbaraspiele ebenso wie weit verbreitete künstlerische Darstellungen meist mit Turm und Kelch, aber auch mit Hammer, Fackel, Schwert als Marterinstrumente, später auch mit Bergmannswerkzeugen und sogar mit Kanonenkugeln. Im Burgenland ist die Tellersaat des Barbara-Weizens als „winterliches Grün” bekannt, andernorts heißt man es Adonisgärtlein.

Man streut Weizen- oder Gerstenkörner auf einen flachen Teller, begießt sie mit Wasser und stellt das Ganze an einem geschützten Ort warm. Zu Weihnachten ist die Saat aufgegangen und bildet einen dichten grünen Busch, in den man als Hinweis auf das „Licht der Welt”, eben Christus, eine Kerze stellt.

Bis heute werden am Barbaratag von Obstbäumen Zweige geschnitten und ins Wasser gestellt.

 der Sage nach benetzte Sie kurz vor ihrem Tod einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Wasser und der Zweig begann bald darauf zu blühen.   

Wenn sie am Weihnachtsfest blühen, gilt dies als gutes Omen für die Zukunft.
So schlossen die Bauern auf eine gute Obsternte und für junge Mädchen waren sie ein Liebesorakel.

Sie sollen zu Weihnachten blühen und den Glanz verdeutlichen, die die Geburt des Erlösers in die Nacht der Sünde gebracht hat.

Verwendet werden vor allem: Weichsel  ( Sauerkirsche), Apfel, Birne, Pflaume, Flieder, Linde, - heute nimmt man auch Äste von Mandelbäumchen, Forsythie, Jasmin, Weide und Rosskastanie.

In den Alpen nennt man die Barbarazweige „Barbarabaum”. In Niederösterreich erhielt früher jedes Familienmitglied einen eigenen Zweig, um daraus sein Glück ableiten zu können.

Beim Schneiden der Zweige sollten bestimmte Regeln eingehalten werden. In Böhmen durfte man nur mit dem Hemd bekleidet und mit vom Baum abgewandtem Gesicht schneiden, andernorts nur während des Vesperläutens. Am Barbaratag umwand man früher die Obstbäume mit Stroh, weil man sich von diesem Brauch reichlichen Fruchtsegen erhoffte. Das Strohband sollte die Bäume vor dunklem Zauber bewahren.

Auch Wetterorakel gab es am Barbaratag: Gibt Sankt Barbara Regen, bringt der Sommer wenig Segen.

Geh in den Garten am Barbaratag.
Geh zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz ist der Tag, raus ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehn:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum einen Zweig gib du mir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir.
Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der heiligen Nacht

 

Der Gedenktag der heiligen Barbara wird am 4. Dezember begangen. Die Legende nennt als Zeitpunkt ihres Martyriums und Todes die Regierungszeit des Kaisers Maximinus Daia (305, 310 - 313) und Nikomedien als Lebensraum, also das östlich vom damaligen Konstantinopel (heute: Istanbul) gelegene Gebiet.

Die Entstehung der Legende scheint vor dem 7. Jahrhundert im byzantinischen Raum zu liegen. Über Byzanz gelangt die Legende um 700 nach Italien, von wo aus um 1000, als die Türken Kleinasien überrennen, die Reliquien „in Sicherheit” gebracht werden. 

 Die Reliquien gelangen in das Kloster S. Giovanni Evangelista in Torcello.

Die Goldene Legende, die „Legenda aurea”, erwähnt im 13. und 14. Jahrhundert die heilige Barbara noch nicht. In liturgischen Heiligenkalendern ist sie aber schon nachweisbar.

 

Wohl erst im 15. oder 16. Jahrhundert wurde die „Legenda aurea” um die heilige Barbara ergänzt. Das ist auch der Zeitpunkt, wo sie in der Volksfrömmigkeit den „heiligen” Daniel, den Propheten Daniel, ablöst, der bis dahin Patron der Bergleute war, weil er nach den Heiligen Schrift in der „Löwengrube” gesessen hatte (Dan 6,2-29).

Seit dem 14. Jahrhundert wurden die Bergbaugebiete in Sachsen, Schlesien und Böhmen besondere Kultlandschaften der heiligen Barbara; die Verehrung in den Alpen, mit Ausnahme in Tirol, stammt überwiegend aus der Gegenreformation des 17. und 18. Jahrhunderts. Im Ruhrgebiet fand die Barbaraverehrung Einzug mit den Bergarbeitern im neu eröffneten Bergbau.

Die Heilige als Garantin für den Empfang der Sterbesakramente

In Zeiten, in denen die Menschen von einem strengen Richter-Gott ausgingen, war das tägliche Gebet zur heiligen Barbara wegen der Verheißung zwingend. Dies erklärt auch die enorme Popularität dieser Heiligen bis in unsere Tage. Nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde Barbara aber als historisch nicht gesicherte Heilige nicht mehr im Römischen Heiligenkalender geführt. Ihrer kulturhistorischen Bedeutung wegen wurde ihr Gedenktag aber in den Regional-Kalender für das deutsche Sprachgebiet als nicht gebotener Gedenktag (memoria ad libitum) aufgenommen.

 

zur Legende

 

das Bild der Barbara © Thomas_Blenkers

das Bild der Blüten © Paul Adam