Der Februar

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Welt vergeht
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Pünktlich holt sie aus der Truhe
falschen Bart und goldnen Kram.
Pünktlich sperrt sie in die Truhe
Sorgenkleid und falsche Scham.

In Brokat und seidnen Resten,
eine Maske vorm Gesicht,
kommt sie dann zu unsren Festen.
Wir erkennen sie nur nicht.

Bei Trompeten und Gitarren
drehn wir uns im Labyrinth
und sind aufgeputzte Narren
um zu scheinen, was wir sind.

Unsre Orden sind Attrappe.
Bunter Schnee ist aus Papier.
Unsre Nasen sind aus Pappe.
Und aus welchem Stoff sind wir?

Bleich, als sähe er Gespenster,
mustert uns Prinz Karneval.
Aschermittwoch starrt durchs Fenster.
Und die Zeit verläßt den Saal.

Pünktlich legt sie in die Truhe
das Vorüber und Vorbei.
Pünktlich holt sie aus der Truhe
Sorgenkleid und Einerlei.

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht,
bleibt uns doch nur eins:

© Erich Kästner

Februar der zweite Monat des Jahres.

Heute hat der Februar in einem normalen Jahr 28 Tage, in Schaltjahren wird ein 29. Tag hinzugefügt. Das dies nicht immer so war ist hier nachzulesen bitte klicken auf >Schaltjahr

Der Februar war der zwölfte und letzte Monat des altrömischen Jahres,

Den Namen Februar erhielt dieser Monat nach den februa genannten römischen Reinigungsriten, die Bestandteil der Lupercalien zu Ehren des Lupercus (griech. Pan) waren. Im Zentrum der februa stand der Gott Februus, der auch als der Unterweltsgott Pluto bekannt ist. Auch die Göttin Juno führt den Titel Februata.

494 deutete der Bischof Gelasius die Luperkalien christlich um, indem er es zum Gedenken an die Darstellung Jesu im Tempel umwandelte und es Mariä Reinigung nannte. Dieses Fest wird vierzig Tage nach Weihnachten gefeiert, in den römischen Kirchenkalender fand es durch Papst Sergius I. (687 bis 701) Eingang.

Der alte deutsche Name für den Februar ist Hornung, weil sich zu dieser Zeit das Vieh hörnt. Weitere übliche Namen für den Februar waren Schmelzmond und Sporkel oder Spörkel.

In Österreich wird die alte Bezeichnung Feber für Februar nur noch in einigen Regionen und von älteren Menschen verwendet, ansonsten hat sich der Begriff Februar durchgesetzt. Bei Gärtnern war früher die Bezeichnung Taumonat (Taumond) gebräuchlich.

Der Februar beginnt mit demselben Wochentag wie die Monate März und November, in Schaltjahren beginnt er mit demselben Wochentag wie der Monat August.

"Mit dem 1. Februar begann ehedem der Frühling,

 am 2. Februar mit Lichtmess die Feldarbeit; die häusliche Arbeit bei künstlichem Licht kam ans Ende, die Spinnstuben wurden tagsüber verschlossen, die Arbeit im Freien und die kommende Feldarbeit standen wieder im Mittelpunkt.

In den Februar fallen die Tierkreiszeichen Wassermann und Fische.

mit freundlicher Erlaubnis  2005 von Alfred Grupp

Text © Medienwerkstatt Mühlacker www.wissenskarten.de

Bauernregeln:

 Gut für die Landwirtschaft ist ein kalter, winterlicher Februar. Ein milder Februar bedeutet, dass das Frühjahr erst spät kommen wird.
"Hornung hell und klar / gibt gutes Frühjahr."
"Ist der Februar trocken und kalt / kommt im Frühjahr Hitze bald."
"Kalter Februar / gutes Roggenjahr."
"Februar mit Schnee und Regen / deutet hin auf Gottes Segen."
Heftige Nordwinde im Februar / vermelden ein gar fruchtbar Jahr."
"Wenn der Nordwind im Hornung nicht will, / dann kommt er sicher im April."
"Wenn's im Februar regnerisch ist, / hilft's so viel wie guter Mist."
"Der Februar muss stürmen und blasen / soll das Vieh im Lenze grasen."
"Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoch' / eilt auf vier Wochen er wieder ins Loch."
"Februar warm / Frühling kalt."

"Im Februar zuviel Sonne am Baum / lässt dem Obst keinen Raum."
"Februar mit Frost und Wind / macht die Ostertage lind."
"Im Februar müssen die Stürme fackeln, / dass den Ochsen die Hörner wackeln."
"Februar hat seine Mucken, / baut von Eis oft feste Brucken."
"Hätte der Februar Januars Gewalt,  / ließ' er erfrieren jung und alt."
"Februartau bringt Nachtfrost im Mai."
"Lässt der Februar Wasser fallen, / so lässt es der März gefrieren."
"Liegt im Februar die Katz' im Freien, / wird sie im März vor Kälte schreien."
"Spielen die Mücken um Februar, / frieren Schafe und Bienen das ganze Jahr."
"Wenn's im Februar nicht schneit, / schneit es in der Osterzeit."

 

 

 

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