Der Januar

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege,
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald,
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege,
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

Die Amseln darben und die Krähen frieren,
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben,
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben
und währ so gerne gelb und grün und rot.

Umringt von Kindern wie ein Rattenfänger
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger,
Man sagt, die Tage werden wieder länger,
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man's auf allen Sendern,
Dass sich auch unterm Himmel manches ändern
Und - außer uns - viel besser werden soll.

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege,
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt vom Frieden - oder träumt's vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege,
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

© Erich Kästner

 

Der Januar - als der erste Monat des Jahres im julianischen und gregorianischen Kalender - hat 31 Tage.

Der Name des Monats Januar stammt von Janus, dem römischen Gott der Türen und Tore ab, und versinnbildlicht damit den Anfang.

Der Januar war im alten römischen Kalender ursprünglich der elfte Monat des Jahres.

Seit dem 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gilt er als der erste Monat des Kalenderjahres.

Am 1. Januar brachten die Römer dem Gott Janus Opfer dar, damit er das neue Jahr segnen sollte. Sein Symbol war ein Kopf mit zwei Gesichtern, die in entgegengesetzte Richtungen schauten.

 

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Alte deutsche Namen für den Januar sind Hartung, Eismonat, Schneemonat und Wintermonat.

Die letzte Bezeichnung wurde im 8. Jahrhundert von Karl dem Großen eingeführt. In Osteuropa wurde der Januar früher auch Wolfsmonat genannt, da zu diesem Zeitpunkt die Wölfe ihre Ranzzeit (Paarungszeit) haben und leichter zu jagen waren.

Der Monat Januar beginnt mit demselben Wochentag wie der Oktober. In Schaltjahren beginnt er allerdings mit demselben Wochentag wie die Monate April und Juli.

mit freundlicher Erlaubnis  2005 von Alfred Grupp

Text © Medienwerkstatt Mühlacker www.wissenskarten.de

 

Bauernregeln

Im Januar viel Regen und wenig Schnee, tut Saaten, Wiesen und Bäumen weh
Auf kalten trocknen Januar folgt oft viel Schnee im Februar.
Braut der Januar Nebel gar, wird das Frühjahr nass führwahr
Wirft der Maulwurf im Januar, dauert der Winter bis Mai sogar.
Wie viel Regentropfen ein Januar, soviel Schneeflocken im Mai
Je frostiger der Januar, desto freundlicher das Jahr
Ist der Januar frostig und kalt, lockt uns bald der grüne Wald.
Der Januar muss krachen, soll der Frühling lachen
Wächst das Gras im Januar, so wächst es schlecht im ganzen Jahr
Ist der Januar frostig und kalt, lockt uns bald der grüne Wald.
Ist der Januar kalt und weiß, kommt der Frühling ohne Eis.
Lässt der Januar Wasser fallen, lässt der Lenz es gefrieren.
Januar weiß, der Sommer heiß
Wenn der Frost nicht im Jänner kommen will, so kommt er im März oder April.
Ein Januar ganz ohne Schnee tut Bäumen, Bergen, Tälern weh.