Im Herbst ist die Apfelernte aber wo stammt der Apfel her ?

 

Der Apfelbaum gehört wie die Kirsche zur Familie der Rosengewächse.
Vielleicht findest du das merkwürdig, wenn du an die schönen Rosen denkst. Aber wenn du die Blüten der Wild- und Heckenrosen mit denen des Apfelbaumes vergleichst, sind sie sich sehr ähnlich. Noch auffälliger ist die Ähnlichkeit der Früchte.

Früher wuchsen die Apfelbäume im Wald zwischen den verschiedenen Laubbäumen. Die Früchte dieses Holz- oder Waldapfels waren nur so groß wie eine Walnuss und schmeckten sehr sauer.

Wildäpfel gab es auch in Asien. Man nimmt an, dass unser heutiger Apfel eine Kreuzung aus asiatischen und europäischen Wildäpfeln war.

Der asiatische Wildapfel ,Ursprünglich ist er in den Bergregionen Südwestchinas beheimatet. In erster Linie der Kaukasusapfel und der Altaiapfel  wobei letzterer immer noch in der Nähe von Alma Ata zu finden ist, die übersetzt bezeichnenderweise "Stadt des Apfels" heißt. Aus Mittelasien gelangte der Apfel über die alten Handelsstraßen in den Schwarzmeerraum

Unsere Vorfahren merkten bald, dass die großen Äpfel viel besser schmeckten als die kleinen sauren.
Sie entdeckten die Kunst des Veredelns, um den Geschmack und die Größe zu verbessern.
So gab es schon vor Jahrtausenden viele verschiedene Apfelsorten.

Schon im Jahr 1450 wurden Obstbäume im Orient und in Ägypten kultiviert.

In Persien wurden ganze Landstraßen mit Obstbäumen bepflanzt, sogar Schulungen in Obstanbau gab es damals schon.

Der berühmte Feldherr der Antike, Alexander der Große, der mit den Griechen gegen Persien kämpfte, brachte von seinen Feldzügen verschiedene Obstsorten mit. Darunter auch den Apfel. Von Griechenland gelangte der Apfel mit anderen Obstsorten nach Italien.
Die Römer wiederum nahmen das schmackhafte Obst mit auf ihre Feldzüge nach Frankreich und Deutschland, und somit waren auch bei uns bald die ersten Apfelbäume zu finden

Kulturgeschichtlich hat der Apfel auch eine große Bedeutung.

Schon im Altertum galt er als Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Und die alten Griechen und Römer hielten Äpfel für ein Aphrodisiakum.

Kein Wunder, dass man ihn für den Sündenfall verantwortlich machte. Aus dem sündigen Apfel, wie in der christlichen Religion berichtet wird, entstand nach und nach der Apfel als Symbol der Macht.
 

Kaiser und Könige hielten neben dem goldenen Zepter einen vergoldeten "Reichsapfel" in der linken Hand als symbolische Weltkugel,  Sie verkörpert die Tradition und Herrschaft.

Ein goldener Apfel hat sich bis heute erhalten: Auf der Spitze des Stephansdomes.
Als die Türken 1683 gegen Wien zogen, war es ihr Ziel "den goldenen Apfel zu erobern".

 

Auch in viele Bräuchen, Sagen und Märchen unseres Volkstums hat der Apfel Einzug gehalten; z. B. gilt er als Nikolausgabe und ist auch als Weihnachtsschmuck sehr begehrt.

Und jeder kennt "Schneewittchen", die den giftigen Apfel verschluckte.

Ein schönes Beispiel dafür, wie der Apfel zur Erkenntnis führt, ist die Anekdote von Newtons Apfel, der ihm, unter einem Apfelbaum liegend, auf den Kopf fiel und somit der Anstoß für die Gesetze der Schwerkraft war.