dinnete

Zubereitung einer Oberschwäbischen Dinnette
Großmutters Rezept:
Ebbes Mehl und ebbes Salz,
Ebbes Trieb und ebbes Schmalz,
Wemmer des ins Töpfle knetet
Und om guats Gedeiha betet
Dann kann nix daneba ganga
Des muß für guete Deia langa
Obe drauf no Rahm und Eier,
net zuviel, sonst wird ´r deier
Zwiebela ka mer au drauf streua
No geits halt an Zwiebla-Deia
Wers net mog, du lieber Himmel-
Manche möget au en Kimmel
Und dia schleckete Deia-Schlucker
Möget oba drauf en Zucker
Und des ganze dann au glei
Mit ema gueta Gläsle Wei.

Verfasser unbekannt

Ich backe viel unser Brot selber

da zweige ich dann vom fertigen Teig eine passende Menge ab walle es auf dem Backblech ganz dünn aus

und belege es nach Herzenslust oder den Resten aus dem Kühlschrank

sehr gerne mag Wendel wenn ich Lauchringe unter dem Käse verstecke

Wissenswertes:
Nach einem alten Rezept ist die Deie eine Art Salz- oder Rahmkuchen aus lockerem Hefeteig, den man mit frischen Kräutern belegt oder, weil der Teig alleine schon so gut schmeckt, unbelegt genießt.
Je größer die Volksfeste in Baden-Württemberg, desto größer ist auch die Vielfalt der dort angebotenen Spezialitäten. Auf dem Echterdinger Krautfest, einem der größten Events seiner Art, backen die Landfrauen jedes Jahr eine traditionsreiche Besonderheit: die Deie. Und jedes Jahr beobachtete ein Bäckerehepaar aus Kirchheim-Teck die lange Schlange der geduldig auf diesen Leckerbissen Wartenden. Irgendwann hatten sie die Idee, mit einem fahrbaren Holzbackhaus selbst die Volksfeste, auf denen die Landfrauen mit ihrer Deie nicht vertreten waren, mit diesem traditionsreichen Gebäck zu versorgen.
Das fahrbare Deie-Backhaus ist inzwischen auf unterschiedlichsten Messen bekannt. Und das Interesse an dieser alten, baden-württembergischen Spezialität wächst von Mal zu Mal. Denn hier backt man die Deie im ersten fahrbaren, umweltschonenden und patentierten Holzbackofen und vor dem eigentlichen Genuss können die Gästen den gesamten Prozess von der Herstellung bis zur fertig gebackenen Spezialität mit eigenen Augen verfolgen.
Doch nicht nur auf Festen gibt es die Deie: Seit 1995 können die Kunden des altschwäbischen Deie-Backhauses in Kirchheim-Teck einmal in der Woche das Traditionsgebäck kaufen. Und sie mögen es sehr – vermutlich weil es einfach und trotzdem lecker ist.
Die Essgewohnheiten haben sich geändert: Waren früher der Nähr- und Sättigungswert einer Mahlzeit wichtige Aspekte, stehen heute eher leichtere, den Cholesterinhaushalt schonende Gerichte hoch im Kurs. Daher ist auch das Rezept für die moderne Deie entsprechend „abgespeckt“ und im Vergleich zu „Großmutters Rezept“ verwenden die Bäcker heute deutlich weniger Eier. Weitere Zutaten verraten sie – verständlicherweise - nicht.
Die Deie erinnert stark an eine schwäbische Form von Pizza und lässt vermuten, dass der Einfallsreichtum der Hausfrauen hier wie dort zu durchaus ähnlichen Ergebnissen führte.


Die Deie schmeckt das ganze Jahr über lecker und ist sogar im Sommer, in der „Light-Version“ ohne Belag, als Beilage zu Salaten oder Gegrilltem zu genießen. Zu kaufen gibt es diese Spezi-alität im Deie-Backhaus und auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen in Baden-Württemberg. In Oberschwaben gibt es auch Gasthöfe die an einem Tag in der Woche Dinnette direkt im Holzofen backen
 

Zutaten für 4 Personen:
Teig:

700 g Schwarzmehl
40 g Hefe
1 Prise Salz
120 g Schweineschmalz
1/4 l Wasser
Zwiebelbelag:

1,5 kg Zwiebeln in kleinen Würfeln
250 g geräucherte, durchwachsene Speckwürfel
Schmalz zum Anbraten
3 Eier
0,2 l saurer Rahm
Salz
(Kümmel)

Zubereitung
Für den Teig das vorgewärmte Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine kleine Mulde machen und die mit ein wenig lauwarmen Wasser aufgelöste Hefe hineingießen. Das Salz und das lauwarme Wasser dazugeben und alles zu einem glatten, festen Teig kneten, der sich von der Schüssel löst. Mit einem sauberen Tuch zudecken und aufgehen lassen. Halbfingerdick auswellen, auf ein gefettetes gemehltes rechteckiges Blech legen, die Teigränder ungefähr 2 cm hoch am Rand andrücken. Sauren Rahm mit den Eiern vermischen, gleichmässig auf dem Teig verteilen. Die Zwiebelwürfel im Schmalz glasig weich dünsten und 3/4 der Speckwürfel, je nach Geschmack Kümmel, darüber streuen. In den vorgeheizten ca. 200 Grad Celsius heißen Ofen schieben und ca. 15 bis 20 Minuten goldgelb backen. Dazu passt besonders ein guter Moscht, oder Federweißer

 

Dinnette  ( Schwäbische Pizza )  mit Zwiebeln  und Speck - Würfele

Dieses Rezept ist für ca. 5 - 6 Portionen Personen

500 g Ruch- oder Halbweismehl
20 g Hefe
15 g Salz
ca. 1/2 dl Oliven- oder Sonnenblumenöl
3 - 3,5 dl Wasser

Zutaten Belag
75 g Mehl
150 g Sauerrahm
1 Ei
1 1/2 Tl Salz
1 Prise Pfeffer
etwas Knoblauchpulver
ca. 100 gr geräucherter Speck (Würfele)
Zwiebeln (od. Lauch), Schnittlauch, nach Belieben Kümmel
 

Aus den Zutaten einen Hefeteig herstellen und eine gute Stunde ruhen lassen. In ca. 5 - 6 Portionen teilen und 15 Min. ruhen lassen. In der Zwischenzeit wird für den Belag das Mehl mit Sauerrahm, Ei, Salz und den Gewürzen zu einem sämigen Teig verrührt. Die in Ringe geschnittenen, in etwas Butter angedünsteten Zwiebeln dazugeben. Zum Schluss noch etwas Schnittlauch unterheben. Nun die Teigportionen mit bemehlten Händen in Form einer Pizza ausziehen, auf ein Blech legen, den Belag aufstreichen.
Zum Schluss die Speck Würfele und nach Belieben etwas Kümmel darüber streuen. Die Fladen bei starker Hitze ca. 15 Min. backen.

Einfache Variante:
Den Teig mit grobem Salz und Kümmel bestreuen. Nach dem Backen mit weicher Butter bestreichen. Je nach Geschmack kann der Butter noch etwas zerdrückter Knoblauch beigefügt werden.

Egal ob Speck, Kartoffelrädle, Kraut, verfeinerte Sahne, Käse oder Äpfel ich esse die Dinnette für mein Leben gern nur mit den hab ich es nicht so