altweibersommer

 

Der Altweibersommer

oder Indian Summer

Man bezeichnet mit Altweibersommer eine häufig im Zeitraum von Mitte bis Ende September auftretende Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa, die durch vornehmlich südöstliche, trocken-warme
Winde gekennzeichnet ist.

Der Ursprung der Bezeichnung Altweibersommer führt weit in die Vergangenheit zurück, wo im Altdeutschen mit dem Wort "weiben" das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet wurde.

Seinen Namen hat er von den die Luft durchziehenden, glitzernden, hauchdünnen Spinnfäden, die im Sonnenlicht wie silbergraue Haare erscheinen, und die uns bei einem Herbstspaziergang oft unvermutet über das Gesicht streifen oder sich in unseren Haaren verfangen.

An Septembertagen mit sonnigem Wetter kühlt es in den klaren Nächten stark ab, und in den Morgenstunden werden durch den Tau die Spinnweben deutlich zu erkennen.
Aber nicht nur im suchenden Flug zwischen den Bäumen findet man die Fäden des Altweibersommers, die feinen Spinnennetze erkennt man an sonnigen Tagen auch zwischen Gräsern, Blumen, Zweigen und Büschen, an Dachrinnen und Fensterläden, an Zäunen, Mauern und Schuppen, also überall dort, wo der Wind sie hinträgt..


 

Der Altweibersommer tritt übrigens fast zur gleichen Zeit wie bei uns auch in Amerika auf.

In den USA und Kanada wird diese Zeit als "Indian Summer" bezeichnet

 

 Dort wie hier sind es aber nicht nur die fliegenden Spinnweben, die diese Zeit ausmachen, sondern vor allem die prächtige Färbung der Laubbäume. Das flammende Rot mancher Baumarten, überzieht ganze Landschaften und hat in Amerika dieser Zeit den Namen "Indian Summer" gegeben, der auf eine uralte indianische Legende zurückgeht, nach der das flammende Rot der sterbenden Blätter an das Blut erlegter Bären erinnern soll.


Gerne wird der Altweibersommer als die fünfte Jahreszeit bezeichnet. Er passt sich keiner der anderen Jahreszeiten so richtig an, fängt am Tage noch einmal den Sommer ein und läßt in den kühlen Nächten schon den Winter ahnen.

Die Jungspinnen wissen das und machen sich auf und davon, getragen von feinsten Fäden, die auf dem Wind reiten , und die irgendwo ganz sanft landen.
Es ist eine faszinierende Reise, die der Wind den winzigen Spinnen da bietet, denn die altweibersommerlichen Spinnweben hat man schon in Höhen von bis zu 4000 Metern gefunden und auch über dem Meer, weit entfernt vom Festland.
Aber auch im Wechselspiel der Tagestemperatur erleben die winzigen Spinnen einen geradezu abenteuerlichen Flug, denn am Vormittag steigen sie mit ihren Netzen auf, als wollten sie wie kleine Ballonfahrer zur Sonne fliegen, und sinken in der kühleren Luft des Nachmittags wieder ab, bis sie irgendwann festen Boden unter den winzigen Spinnenbeinchen haben.

Es sind also nicht - wie der Volksmund sagt - die Haare alter Frauen oder gar weißhaariger Waldfeen, die da so massenhaft durch die Luft wehen, und die maßgeblich zur Bildung von Sagen und Legenden beigetragen haben.
Oder wie  die alten Germanen es dem Wirken der "Nornen", den Schicksalsgöttinnen, die die Lebensfäden der Menschen spinnen, zu schrieben

Im Christentum entstandene Legenden wiederum sagen, daß die Silberfäden aus dem Mantel Marias stammen, den sie bei ihrer Himmelfahrt trug.

Im Volksmund heißen diese Spinnfäden deshalb auch "Marienfäden", "Marienseide" oder "Marienhaar".
Ob man nun an die germanischen Göttinnen glauben mag oder eher der meteorolo - gischen Erklärung vertraut  der Altweibersommer, mit den prachtvollen bunten herbstlich gefärbten Wäldern, läßt sich prächtig genießen.
In Schweden heißt der Altweibersommer "Birgitta-Sommer". Er tritt dort zwischen Anfang bis Mitte Oktober auf.

Altweibersommer

Spinnenfäden zart gewebt

glitzern in der Mittagssonne.

Wer im Wald vorüber geht,

für den ist es eine Wonne.

Hängst du selber einmal fest,

hast ein Spinnweb im Gesicht,

lächel nur und wisch es fort

Herbstes Schönheit ist´s die spricht.

Zauberhafte wenn bunte Blätter

leuchten wie mit Gold versetzt,

doch ganz plötzlich hörst du´s rascheln,

Igel baut sein Winternest.

Herbstzeit, sie ist voller Freude

wenn du die Natur genießt,

wenn im Schein der Abendsonne,

eine letzte Rose sprießt.

Streif verträumt durch Wald und Heide

bind dir einen bunten Strauß,

fange ein die Sonnenstrahlen

und nimm beides mit nach Haus.

 Dichter mir unbekannt