Der Waldmeister und die Maibowle

ein besonderer Genuss jedes Jahr im Mai!

Ich habe nach passenden Rezepten gesucht, und so kannst du sie dir mit dem rechts Klick einfach auf Deinen Computer kopieren

. Für Spätfolgen kann natürlich keinerlei Haftung übernommen werden!

 

 

Zutaten: (für 4 Personen)

2 Büschel Waldmeister,
50 g Zucker,
1 Päckchen Vanillezucker,
100 ml Weinbrand,
3 Liter Weiswein,
1 Flasche Sekt. Den Waldmeister (er darf noch nicht blühen!) waschen, abtropfen lassen und Bündel. Das Kraut in Weinband, Zucker und 1 Liter Weiswein 2 Stunden ziehen lassen und dann herausnehmen. Mit Sekt und dem restlichen Weiswein aufgießen die Bowle umrühren und kühl servieren.

Der Waldmeister: Frühlingsbote mit Tücken

Die meistem kennen den Waldmeister wahrscheinlich nur in Form des Wackelpuddings oder von Manfred Krug, aus "Liebling Kreuzberg".

Dabei scheint seine klassische Bestimmung die Maibowle zu sein. Diese ist zumindest seit dem 9. Jahrhundert bekannt. In der Süddeutschen Zeitung wurde die Waldmeisterbowle als "Schüssel zum Glück" bezeichnet. Auch in Rezeptsammlungen wird mit positiven Attributen kaum gegeizt. Warum ruft Waldmeister nur solche Reaktionen hervor?

Botanik

Der Waldmeister (galium odoratum) gehört zu der Familie der Rötegewächse. Botanisch heißt er Galium odoratum. Im Volksmund wird er außerdem auch noch "Maikraut" und "Waldmännchen" genannt. Waldmeister wird 10 bis 30 cm groß, hat einen dünnen vierkantigen Stengel, an dem lanzettförmige, dunkelgrüne zarte Blätter stehen. Die Blüten sind weiß, laufen trichterförmig zu und erinnern im Aussehen an ein Kreuz.
Eben dieses Kreuz scheint auch der Ursprung des eidgenössischen Kreuzes der Schweizer zu sein.

Der Schweizer Pfarrer Johann Künzle erblickte nämlich in den Blüten des Waldmeisters das Kreuz und versprach, dass der liebe Gott die Schweizer nicht verlassen werde, solange sie sein Kreuz hochhielten.

Der Waldmeister blüht von Ende April bis in den Juni. Zu finden ist er in schattigen und feuchten Buchen- und Nadelwäldern. Er breitet sich durch unterirdisch kriechende Ausläufer aus und ist meist in größeren Beständen (oft Massenbeständen) zu finden

Inhaltsstoffe

Waldmeister hat einen sehr intensiven, künstlich-süßlichen Duft. Verantwortlich für den Geruch ist der Inhaltsstoff Cumarin.

Cumarin liegt im Waldmeister eigentlich als Cumaringlykosid vor. Beim Trocknen wird dann das duftende Cumarin abgespalten.

Daher entfaltet sich der Duft auch besonders, wenn man den gesammelten Waldmeister über Nacht welken läßt.

Wer die Pflanze, z.B. für die Zubereitung von Tee, trocknen lassen will, sollte dies möglichst an einem sehr gut gelüfteten Ort tun. Dauert der Vorgang zu lange, wird der Waldmeister schwarz und verliert viel von seiner Wirkung.

Neben dem Geruch ist das Cumarin auch für die physiologische Wirkung des Waldmeisters verantwortlich. In leichter Dosierung wirkt er leicht beschwingend und kann helfen Kopfschmerzen zu lindern. Vielleicht daher die euphorischen Beschreibungen?

Doch Vorsicht: In höherer Dosierung verursacht Waldmeister Kopfschmerzen uns Schwindel. Darüber hinaus werden dem Waldmeister noch entzündungshemmende, verdaungsfördernde und gefäßerweiternde Eigenschaften zugeschrieben. Weitere Inhaltsstoffe des Waldmeisters sind: Asperulosid (ein weiteres Glykosid) und Bitter- sowie Gerbstoffe

Verwendung

Waldmeister wird, wie oben schon erwähnt, für die Zubereitung von Maibowle und als Aromastoff in der Süßwarenindustrie benutzt (Brause Wackelpudding...). Man kann ihn aber auch als Tee zubereiten. Auch die Likörindustrie nutzt den Waldmeister. Hier wird er als Aromastoff für Vermouth, Magenbitter und Kräuterliköre eingesetzt.