Frühlingslieder

  Winter ade!    

Winter adé! Scheiden tut weh.
Aber dein Scheiden macht,
Dass mir das Herze lacht!
Winter adé! Scheiden tut weh.

Winter adé! Scheiden tut weh.
Gerne vergess ich dein,

Kannst immer ferne sein.
Winter adé! Scheiden tut weh.

Winter adé! Scheiden tut weh.
Gehst du nicht bald nach Haus,
Lacht dich der Kuckkuck aus!
Winter adé! Scheiden tut weh.

Nun will der Lenz uns grüßen

Nun will der Lenz uns grüßen,
Von Mittag weht es lau,
Aus allen Wiesen sprießen
Die Blumen rot und blau.
Draus wob die braune Heide
Sich ein Gewand gar fein
Und lädt im Festtagskleide
Zum Maientanze ein.

Waldvöglein Lieder singen,
Wie ihr sie nur begehrt,
Drum auf zum frohen Springen,
Die Reis' ist Goldes wert!
Hei, unter grünen Linden,
Da leuchten weiße Kleid'!
Heißa, nun hat uns Kindern
Ein End all Wintersleid!

Im Märzen der Bauer

Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt,
er setzt seine Felder und Wiesen instand;
er pflüget den Boden, er egget und sät
und regt seine Hände frühmorgens und spät.

Die Bäurin, die Mägde, sie dürfen nicht ruhn;
sie haben im Haus und im Garten zu tun.
Sie graben und rechen und singen ein Lied,
sie freun sich, wenn alles schön grünet und blüht.

So geht unter Arbeit das Frühjahr vorbei,
da erntet der Bauer das duftende Heu.
Er mäht das Getreide, dann drischt er es aus;
im Winter, da gibt es manch fröhlichen Schmaus.

 

Es tönen die Lieder

Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder.
Es spielet der Hirte, auf seiner Schalmei:
la la la la la la la la a, la la la la la la la la

Alle Vögel sind schon da

Alle Vögel sind schon da, Alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tierelier'n!

Frühling will nun einmarschier'n, Kommt mit Sang und Schalle
Wie sie alle lustig sind, Flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star Und die ganze Vogelschar
Wünschet dir ein frohes Jahr, Lauter Heil und Segen!

Was sie uns verkündet nun Nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein, Lustig wie die Vögelein,
Hier und dort, Feld aus, Feld ein, Singen springen, scherzen!
 

Komm, lieber Mai, und mache

Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün

und lass mir an dem Bache die kleinen Veilchen blühn!

Wie möchte ich doch so gerne ein Veilchen wieder Sehn,

ach, lieber Mai, wie gerne einmal spazieren gehn!

 

Zwar Wintertage haben wohl auch der Freuden viel:

man kann im Schnee eins traben und treibt manch Kinderspiel,

baut Häuserchen von Karten, spielt Blindekuh und Pfand,

auch gibt's wohl Schlittenfahrten ins weite weiße Land.

 

Doch wenn die Vögel singen und wir dann froh und flink

auf grünem Rasen springen, das ist ein ander Ding!

Jetzt muss mein Steckenpferdchen dort in dem Winkel stehn,

denn draußen in dem Gärtchen, kann man vor Schmutz nicht gehn

 

Der Mai ist gekommen

1. Der Mai ist gekommen, Die Bäume schlagen aus,

Da bleibe, wer Lust hat, Mit Sorgen zu Haus!

Wie die Wolken wandern Am himmlischen Zelt,

So steht auch mir der Sinn In die weite, weite Welt.

 

2. Herr Vater, Frau Mutter, Daß Gott euch behüt!

Wer weiß, wo in der Ferne Mein glück mir noch blüht;

Es gibt so manche Straße, Da nimmer ich marschiert,

Es gibt so manchen Wein, Den ich nimmer noch probiert.

 

3. Frisch auf drum, frisch auf drum Im hellen Sonnenstrahl!

Wohl über die Berge, Wohl durch das tiefe Tal!

Die Quellen erklingen, Die Bäume rauschen all;

Mein Herz ist wie 'ne Lerche Und stimmet ein mit Schall.

 

4. Und abends im Städtlein, Da kehr ich durstig ein:

"Herr Wirt, Herr Wirt, Eine Kanne blanken Wein!

Ergreife die Fiedel, Du lustger Spielmann du,

Von meinem Schatz das Liedel, Das singe ich dazu!"

 

5. Und find ich keine Herberg', So lieg ich zur Nacht

Wohl unter blauem Himmel, Die Sterne halten Wacht;

Im Winde die Linde, Die rauscht mich ein gemach,

Es küsset in der Frühe Das Morgenrot mich wach.

 

6. O Wandern, o Wandern, Du freie Burschenlust!

Da wehet Gottes Odem So frisch in die Brust;

Da singet und jauchzet Das Herz zum Himmelszelt:

Wie bist du doch so schön, O du weite, weite Welt!