Pythia - das Orakel von Delphi

Stell dir einmal vor irgendwo in Europa gibt es heute eine für Ihre Weitsicht  und Ihr umfassendes Wissen in Menschlichen Dingen berühmte und  allseits anerkannte Seherin.

Sie erteilt Staatsmännern und den Repräsentanten mächtiger Körperschaften ebenso wie einen namenlosen unbekannten einzelnen in Krisensituationen  auf Anfrage eine klare Antwort entweder in Form einer Voraussage, eines Rates oder einer Warnung.

Und nun stelle man sich vor das es bei dieser Instanz  über Jahrhunderte hinweg zwar mehrere Bestechungsskandale gab aber keine einzige Fehlleistung bei einer präzisen Voraussage.

Eine solche Instanz das lässt sich unschwer Orakeln wäre heute Überaus Erfolgreich.

Dennoch immer treffen viele Menschen besonders in  Führungspositionen schwerwiegende Entscheidungen nicht allein nach Ihrem  Erfahrungswissen und den Gesetzen der Logik

In der Antike gab es so eine Instanz. ihr Sitz lag genau im Zentrum der antiken Hellas. Am steilen Südhang des Parnaßbergs , wo sich nach dem Glauben der alten Griechen der Mittelpunkt der Erde befand so war es nicht verwunderlich das alle wirkenden Kräfte hier zusammen fanden. „ Delphi „

Das dortige Orakelheiligtum des Gottes Apollo war in seiner Blütezeit über Jahrhunderte die bedeutendste Institution der antiken Welt.

Es hat durch Voraussage Rat und Warnungen an die Mächtigen dieser Zeit den Ausgang historischer Schlachten beeinflusst oft auch entschieden es hat geholfen verheerende Seuchen auszutilgen.

Es hat drohende Hungersnöte rechtzeitig verhindert.

Es hat Könige bestätigt und in Ihre Schranken verwiesen.

Es hat das Werk der frühesten Gesetzgebung beraten und abgesegnet.

Und es hat unzähligen Menschen in kritischen Lebenssituationen hilfreichen Rat  oft auch exakte Prophezeiungen gegeben.

In der Legendenreichen Geschichte von Delphi gibt es immer wieder Hinweise auf ein und dasselbe Phänomen. Der Südhang von Parnaß der noch heute wie ein gewaltiges aus rohem Felsen gehauenes Amphitheater der Natur wirkt. Erdbeben  Felslawinen und Blitzschläge forderten immer wieder Menschenleben und doch war es der „ gewählte Ort“ denn gerade in den entfesselten Naturgewalten sahen die Alten  einen Gott am Werk.

Pythia  (das Orakel von Delphi).

war der Titel der Priesterin, die im Tempel von Delphi den Ratsuchenden weissagte

Auf einem bronzenen Dreifuß sitzend, erteilte Pythia, betäubt von den Dünsten, die aus einem Erdriss  entwichen, Orakel, die die Priester in Verse übertrugen.

 

So lief den eine Alltagsprozedur ab.

Jeweils zwei  Priester führten bei Sonnenaufgang die verschleierte Pythia aus einem streng bewachten heiligen Bezirk in dem sie wohnte zur Quelle Kastalia .Dort nahm die Pythia ein kultisches Reinigungsbad. dann wurde die Prophetin zu einer zweiten Quelle geleitet, der Kasiotis, die in einem Quellhaus oberhalb des Tempels floss und nur Ihr und den Priestern zugänglich war.

Hier trank sie einen Becher das Wasser der Kassiotis sollte Ihre prophetischen Kräfte fördern.

Erst danach wurde Pythia in einer Prozession zu der auch die Hoisoi – ein fünfköpfiger – Ehrenrat sowie eine Gruppe einfacher Orakeldiener  gehörten, zum Tempel des Apoll geführt.

Dort am Altar brachte man das Morgenopfer dar, ein weißes Zicklein.

Für die Weissagungen der Pythia war es wichtig, dass sie in einem tiefen Trance Zustand erreichen musste, der sich bis zur Raserei steigern konnte. Diesen Zustand konnte sie niemals aus Willenskraft herbei führen.

 

Pythien. An stark frequentierten Tagen arbeiteten mehrere der Priesterinnen im Schichtdienst Interpretiert wurden ihre Worte von den Oberpriestern des Gottes, die Pythia war lediglich ein Medium ohne Machtposition. Sie durfte als einzige Frau den Apollontempel betreten – ansonsten war der Kult ausschließlich männlichen Priestern und Gläubigen vorbehalten. Vermutlich ist das Amt der weiblichen Priesterin ein Relikt aus der Frühzeit des Orakels, das ursprünglich der Erdgöttin Gaia geweiht war.

 

Die Pythien wurden nicht besonders auserwählt – es waren einfache Frauen aus der Stadt Delphi. Sie mussten Jungfräulich bleiben. Zu Beginn des Orakelkultes übten auch junge Mädchen das Amt aus, doch nach Übergriffen von Pilgern wurden nur noch reife, über 50jährige Frauen zu Pythien. 

 

Was ging in der Seele der Pythia vor

Der Psychoanalytiker Dr. Friedrich Kocicka, äußerte sich dazu, Autor des Buches das“ Magische in uns“

Die Pythia machte Ihre Aussagen in Trance. Ein Mensch der in Trance ist befindet sich in einem Urzustand denn der verstand ist ausgeschaltet. Damit entfallen auch Zensur und alle  Tabus, die uns die Erziehung auferlegt. Ein solcher Mensch befindet sich in einem jenseitigen Zustand, in sogenannten „ archaischen „ Räumen seiner Seele.das Archaische ist in der Menschheitsgeschichte die Zeit in der der Mensch noch nicht vordergründig bewusst lebte. In der Seele eines jeden Menschen befinden sich als Erbgut der damaligen Zeit solche Räume. Nur hat nicht jeder gleichstark die Gabe, in Trance zu fallen und dieses Unterbewusstsein auszuleben. Wer diese Gabe hat ,kann allerdings ohne körperlich oder seelischen Schaden zu nehmen , immer wieder in Trance fallen uns das Unterbewusstsein erleben. nur darf er nicht dazu gezwungen werden, sondern muss von sich aus gewillt sein. Sonst kann dieser Trancezustand zu Seelenstörungen führen.

Ergründen kann man diese „archaischen“ Seelenräume letztendlich nicht ganz. Denn sobald man diese irrationalen Räume mit dem Bewusstsein erfassen will lösen sie sich in Nebel auf.

 

Diesen Artikel habe ich Auszugsweise bearbeite aus einer alten PM